Michael Andert, Ruländer 2012
Gernot Heinrich, Neuburger Freyheit 2013
Tenuta Grillo, Baccabianca 2005
Michael Wenzel, Raw Natural Furmint
Macchion dei Lupi, Odyssea 2013
Franz Strohmeier, Wein der Stille
Sepp Muster, Erde 2011
Sepp Muster, Gräfin 2011
Klinec, Rebula 2010
Skerlj, Vitovska 2011
Collecapretta, Vigne Vecchie 2011
Collecapretta, Terra dei Preti 2011
Collecapretta, Buscaia 2011
Foradori, Fontasanta Nosiola 2011
Castello di Lispida, Amphora (schwefelfrei) 2011
Birgit Braunstein, Chardonnay Amphore 2010
Paolo Vodopivec: Vitovska 2006
Paolo Vodopivec: Vitovska Classic 2006
Andrea Bragagni, Rigogolo 2009
Cinque Campi: Bora Lunga 2012 (schwefelfrei)
Sebastien Riffault: Sancerre Les Quarterons 2009
Judith Beck: Chardonnay Bambule 2011
Claus Preisinger: gv 2012 (schwefelfrei)
Claus Preisinger: Weißburgunder Edelgraben 2011
WEINGUT KARL SCHNABEL, Morillon 2012 (schwefelfrei)
WEINGUT KARL SCHNABEL, Riesling 2010 (schwefelfrei)
Denavolo, Dinavolo 2005
Tenuta Grillo, Baccabianca 2005
Nando, Jakot 2010
Nando, Rebula 2008
Nando, Sauvignon Blanc 2009
Nando, Chardonnay 2009
Andrea Bragagni, Bubububu 2009
Klinec, Rebula 2009
Klinec, Jakot 2009
Klinec, Gardelin 2009
Pranzegg, Jakob 2012

Orange Weine sind Weine, bei denen die Farbstoffe aus den Schalen weißer Trauben gelaugt werden.  Dabei ist das Grundprinzip genau das, das normalerweise bei der Rotweinproduktion angewendet wird. Die Schalen bleiben über eine gewisse Zeit mit dem Most (teilweise auch noch mit dem fertigen Wein) in Kontakt und extrahieren dabei Farbstoffe (und auch Gerbstoffe) in den Wein. Wie intensiv dieser Kontakt ist liegt im Ermessen des Winzers. Die Maischestandzeiten variieren dabei zwischen ca. 3-4 Tagen bis zu 80 oder 100 Tage, es gibt auch Produzenten, die mit längeren Mazerationszeiten experimentieren.

Dabei passieren drei ganz entscheidende Dinge. Zum einen werden, wie schon erwähnt, die Farbstoffe aus den Trauben gelöst, zum anderen kommt es (wie beim Rotwein) zu einer Extraktion der Tannine und zu guter Letzt zu einem langfristigen Kontakt mit Sauerstoff. Die Folgen sind Farben, die von Fanta über Ziegel bis Rooibos alles abdecken (hängt vor allem von der Rebsorte ab), Gerbstoffe, die den Weinen eine spezielle Struktur mitgeben (die Tannine der Rotweine, die Säure der Weißweine) und ein Aromaprofil, das zwar zum Teil den intensiveren Kontakt mit Sauerstoff widerspiegelt, zum anderen aber eben auch von der langen Extraktionszeit aus den Schalen profitiert.

Orange Weine sind nicht gleich orange Weine. Diese Vorstellung scheint sich zwar im kollektiven Bewusstsein der Kritiker festgesetzt zu haben, doch kostet man sich durch ein kleines Spektrum diverser oranger Weine durch, sollte einem schnell klar werden, dass sich die Nuancen der Weine genauso unterschiedlich manifestieren, wie bei den roten Brüdern und weißen Schwestern. Warum auch nicht. Auch orange Weine wachsen auf unterschiedlichen Böden in unterschiedlichem Klima (und spiegeln ihr Terroir im gleichen Maße wie die konventionellen Weinfarben) und genauso wie bei Rotweine verfügen sie über eine gänzlich unterschiedliche Tanninausprägung. Ergo: ein oranger Malvasia di Candia Aromatica aus der Emilia Romagna schmeckt anders als ein oranger Chardonnay aus Istrien oder ein oranger Sauvignon Blanc aus der Südsteiermark.

Man sollte zudem nicht den Fehler machen orange Weine mit seinen weißen Pendants zu vergleichen. Sauvignon Blanc, den man ohne Schalenkontakt vinifiziert, wird stets anders schmecken als ein Sauvignon Blanc, der ein paar auf der Maische bleibt. Man akzeptiert ja auch die naheliegenden Unterschiede, die sich zwischen einem Blauburgunder, der als Rosé und einem, der als Rotwein vinifiziert wird, auftun. Vielmehr tut man gut daran, die orangen Varianten der Weinwelt als Bereicherung und Alternative zu sehen – um sie letztlich mit den für sie adäquaten Maßstäben und Metaphern zu beurteilen.