Cold Facts:

Lage/Böden: Schiefer
Rebsorte: Riesling
Mazeration: ja
Hefen: wilde
Gärung: ohne Temperaturkontrolle
Ausbau: in burgundischen Piece (227 l)
Schönung: nein
SO₂ total: kein zugesetztes SO
Gefiltert: nein

Dichtung: Die analytischen Werte sind frappierend – der Wein dafür umso erstaunlicher. Kräuter, Marillen, ein paar Trockenfruchtnoten; dann frisch, lebendig, saftig, strukturiert und druckvoll. Ein Experiment, wie Karl meint. Und was für eins.

Wahrheit: Ach ja, die analytischen Werte: 11% Alkohol, 4,1‰ Säure, 1,2gr/l Restzucker (JG: 2010). Das ist definitiv erstaunlich, denn zum einen hat der Wein für den minimalen Alkoholgehalt erstaunlich viel Stoffigkeit und Körper (die Feinhefe? der biologische Säureabbau?), zum anderen wirkt der Riesling trotz der sehr dezenten Säure perfekt strukturiert. In dem Fall liegt das vor allem an den Gerbstoffen  – der Wein ist so orange wie die Sonne im Westen – die ihm das perfekte Gleichgewicht mitgeben. Der Wein ist übrigens im gebrauchten 227 Liter Holzfass ausgebaut und dürfte so ziemlich der einzige Riesling südlich des Elsass sein, der kein Schwefeldioxid gesehen hat.