Cold Facts:

Lage/Böden: Kalk
Rebsorte: Vitovska
Mazeration: ja, 10-14 Tage
Hefen: wilde
Gärung: ohne Temperaturkontrolle
Ausbau: in großem Holz
Schönung: nein
SO₂ total: < 15mg/l
Gefiltert: ja

Dichtung: steinig, salzig, duftig und lebendig, ein paar überraschende Blütennoten ergänzen eine extrem einladende Nase, der Trinkfluss passt vom ersten Schluck weg, doch sollte man sich zurückhalten, da sich der Wein über Minuten im Glas entwickelt. Fragil und filigran und doch auch druckvoll und kompakt, die lange Zeit auf der Hefe macht sich bemerkbar. Feine Gerbstoffstruktur, perfekt ausbalancierte Säure. Fast zu bekömmlich.

 

 

Wahrheit: Vitovska auf seinem Zenit und der Zenit des Vitovska liegt hoch – man nehme nur die Monumente von Paolo Vodopivec oder Benjamino Zidarich. Matej Skerlj ist in diesem Bunde nicht nur der dritte, er erweitert auch das Spektrum. Seine Vitovskainterpretation ist definitiv die eleganteste und fragilste und das, obwohl der Weine eine gut zweiwöchige Mazeration hinter sich hat. Die freilich gibt genau dieser Filigranität durch eine feine Gerbstoffstruktur eine zusätzliche Komponente – der Alkohol liegt übrigens bei stabilen 12%, im Karst wird es selten viel mehr. Die Bora, das Meer, die Kargheit der Böden, tragen allesamt dazu bei, die Lese ist dabei durchaus spät. Vor Anfang Oktober passiert nicht viel. Vergoren und ausgebaut wird in großen Holzfässern, die Zeit auf der Hefe liegt bei beachtlichen 18 Monaten. Geschönt wird nicht, gefiltert allerdings schon (sehr grob), allerdings nur um sicherzugehen, dass sich keine Mücken im Wein befinden, die zugefügten Schwefelmengen liegen meist unter 10mg/l.