Cold Facts:

Lage/Böden
Rebsorte: Blaufränkisch, Blauer Burgunder
Mazeration: ja, zwei Tage, Saignee
Hefen: wilde
Gärung: ohne Temperaturkontrolle
Ausbau: in kleinen, gebrauchten Holzfässern
Schönung: nein
SO₂ total: < 50mg/l
Gefiltert: nein

Dichtung: ein Rosé der etwas anderen Art, subtil in der Nase und am Gaumen, feine Beerennoten legen vor, ein paar Kräuter nach, komplex und vielschichtig, am Gaumen gesellt sich zu den Beeren auch noch etwas Salz, die Säure ist präsent aber bestens integriert, der Körper ist saftig und dicht, ein wenig Gerbstoff trägt zur Struktur bei. Ganz sicher einer der besten Rosés Österreichs, Mitteleuropas, Europas… lang und langlebig.

 

Wahrheit: was passiert, wenn man Rosé nicht als Abfallprodukt der Rotweinproduktion sondern eigenständig und akribisch vinifiziert, weiß man im Kollektiv vor allem in der Provence und an der Rhone, individuelle Meisterwerke gibt es zudem vereinzelt in Italien (Massavecchia, Pranzegg, Valentini). Warum in Österreich Rosé auf der Sortimentsliste vieler Winzer steht, ist zumeist ein Mysterium: man bedient einen Kundenwunsch, der ebenfalls ein wenig mysteriös ist aber vermutlich viel mit der Farbe und nichts mit der Qualität oder Substanz der Weine zu tun hat (Ausnahmen gibt es freilich: Domäne Wachau, Franz Strohmeier) . Jörg Bretz zeigt vor, warum es Sinn macht Rosé ernst zu nehmen. Physiologisch hochreife und gesunde Blaufränkisch und Pinottrauben bilden das Fundament, aus denen er via Saftentzug und überaus schonend die Basis für einen subtilen, dichten und doch lebendigen Rosé gewinnt. Zwei Tage lang ist der Saft mit den Schalen in Kontakt, genug Zeit, um ausreichend Farbe und sogar ein wenig Gerbstoff aus den Beeren zu extrahieren. Nach spontaner Gärung landet der Rosé für gut drei Jahre im gebrauchten Holz, um dann seelenruhig in der Flasche weiterzureifen und zusätzliche Aromanuancen zu entwickeln.