Cold Facts:

Lage/Böden: Hochegg/Schiefer
Rebsorte: Pinot Noir
Mazeration: ja
Hefen: wilde
Gärung: ohne Temperaturkontrolle
Ausbau: in burgundischen Piece (227 l)
Schönung: nein
SO₂ total: kein zugesetztes SO
Gefiltert: nein

Dichtung: filigran, elegant und so präzis, dass man die Steine neben den Kirschen riechen kann, mehr Steine übrigens als Kirschen. Fleischig und saftig, Säure am Punkt und perfekt – durchzieht die samtige Textur und gibt ihr Lebendigkeit mit, subtil und bekömmlich, besser geht es in der Steiermark nicht, vermute ich mal, außer Karl lässt sich was einfallen

 

Wahrheit: Was soll man zum Hintergrund eines Weines schreiben, dem quasi nichts passiert? Man kann beispielsweise die Lage beschreiben. Hoch oben am Sausal stehen die Stöcke in sehr niedriger Erziehung auf steilen Hängen, die Karl mit einem selbst konstruierten Gefährt bearbeitet, das der NASA alle Ehre machen würde. 3000 kg liest er pro Hektar, der Boden ist Urgestein mit einem ordentlichen Anteil Silizium. Die Auflage ist karg und steinig, die Laubwand luftig, der Pflanzenschutz zu 80% weg vom Kupfer und wird hauptsächlich mit Brennessel- und Ackerschachtelhalmtee betrieben. Im Keller passiert eigentlich nichts, der Ausbau erfolgt in 227 Liter Fässern, burgundischen piece, geschwefelt wird genauso nicht wie gefiltert, geschönt usw. Karls Pinot gehört definitiv zu den besten Exemplaren des Landes.