Cold Facts:

Lage/Böden: Eisen, Sand
Rebsorte: Nebbiolo, Vespolina, Croatina
Mazeration: ja
Hefen: wilde
Gärung: ohne Temperaturkontrolle
Ausbau: in gebrauchten Barriques
Schönung: nein
SO₂ total: –
Gefiltert: nein

Dichtung: von der kühlen und frischen Nebbiolofraktion. Seriöse Tannine und auch die Säure darf man ruhig ernst nehmen. Die Frucht ist filigran, präsent und präzis. Kräuter gibt es auch ein paar und Steine (das geologische Muster auf dem Verkostungstisch mag allerdings eine suggestive Rolle gespielt haben). Substantiell, dicht und jung. In jeder Hinsicht exzellent.

 

Wahrheit: Hoch oben, dort wo das Piemont langsam an die Schweiz klopft, finden sich ein paar steinalte Weinenklaven, die zwar quasi nirgendwo am Weg liegen – außer man möchte nach Aosta und wer möchte da nicht hin – wo man trotzdem hin muss. Bramaterra ist eine davon und genau dort wächst auch Carlo Colomberas gleichnamiges Meisterwerk. Drei Rebsorten machen den Wein zu dem, was er ist. Nebbiolo (Struktur, Tannine, Frucht) Vespolina (Farbe) und Croatina (Tannine, Körper, Aromen). Diese Cuvée ist in Bramaterra das Hausrezept und das es über 500 Jahre kaum geändert wurde, hat gute Gründe. Die Stöcke wachsen auf ca. 400 Meter Höhe, sind größtenteils älter als Carlo und werden nach Zementfassgärung und entsprechender Mazeration (ein paar Wochen) über mindestens 18 Monate in Barriques ausgebaut.