Cold Facts:

Lage/Böden: Ton, Sand, Mergel
Rebsorte: Perricone
Mazeration: ja
Hefen: wilde
Gärung: ohne Temperaturkontrolle
Ausbau: im großen Holzfass
Schönung: nein
SO₂ total:
Gefiltert: nein

Dichtung: dunkel, dicht, mediterran, elegant und saftig, Kirschen und Blüten und all das unaufdringlich, subtil und einladend. Wir sind zwar in Sizilien und genau dort wo die Sonne 330 Tage im Jahr scheint, doch das ist dem Perricone völlig egal. Er bleibt cool. Frisch. Lebendig. 12,5% Alk. Mit einem Tannin, dass perfekt ausgereift ist und doch Gerbstoff für ein paar Schuhe hathat. Das macht ihn noch strukturierter und linearer; tief und substantiell ist er ohnehin die ganze Zeit. Toll und wie quasi jeder gute Wein zu jung, wenn man nur eine Flasche davon hat.

 

Wahrheit: Wer hat schon mal Perricone getrunken? Vermutlich unbewusst ein ganzer Haufen, da er leidenschaftlich gerne und in der Zwischenzeit mit dem Anspruch der Tradition Nero d`Avola unterstützt. Perricone reinsortig findet man leider so selten wie wirklich guten Nero d´Avola, was insofern schade und ungerecht ist, da es die wesentlich spannendere Rebsorte der beiden zu sein scheint. Wachsen tut sie quer durch den sizilianischen Westen, allerdings in immer geringeren Mengen. Bei Francesco scheint sie optimale Bedingungen vorzufinden. Auf knapp 500 Metern bläst der Wind durch die Rebreihen, die Kühle und die Höhe sorgen für einen langen Vegatationszyklus, der Alkohol ist trotz später Lese bei gerade einmal 12,5% und die Traubenhaut ist dick wie Leder und tut auch im Glas nicht so als wäre sie Seide. Die Gärung beginnt und endet spontan, Filter usw. finden sich keine im Keller, dafür große Holzfässer, in denen der Perricone für knapp zwei Jahre ruht. Grande.