Cold Facts:

Lage/Böden: Ton, Kalk
Rebsorte: Sangiovese
Mazeration: 45 Tage
Hefen: wilde
Gärung: ohne Temperaturkontrolle
Ausbau: in gebrauchten Barriques
Schönung: nein
SO₂ total: < 50mg/l
Gefiltert: nein
Alkohol: 13,5%

Dichtung: Erde, Waldboden und Leder sind die treuen Begleiter frischer Weichseln (Sauerkirschen). Die Nase wirkt kühlt und stringent, die Höhe des Weingartens spielt definitiv eine wesentliche Rolle. Am Gaumen wird es steinig, die erdigen Komponenten gehen und machen einer intensiven mineralischen Textur Platz. Der Körper ist kompakt, muskulös und rotbeerig. Wirkt nie breit, vielmehr druckvoll und geradlinig. Griffiger Gerbstoff. Der optimaler Begleiter zu den Pilzen und Trüffeln, die in den ihn umgebenden Wäldern wachsen.

 

 

 

 

Wahrheit: Weinbau an der Grenze des Möglichen. Die Fahrt hinauf zu Emilio Placci zieht sich, zwischen Wälder hindurch, über mindestens 20 Serpentinen und die Temperaturen sind um mindestens 3 Grad kälter als unten im Tal, wo ebenfalls Sangiovese produziert wird, aber eben ganz anderer. Knapp 600 Meter befinden sich die alten Weingärten über dem Meeresspiegel – in normalen Jahren liest Emilio Ende seinen Sangiovese Ende Oktober, in kühlen Jahren kann es auch November werden und somit so spät wie wohl nirgendwo sonst in Italien. Die Reben danken es ihm mit filigranen und subtilen Aromen und Texturen, die er in 45-tägiger Maischestandzeit auch komplett aus den Beeren extrahiert. Der Ausbau findet über drei Jahren in gebrauchten Barriquefässern statt, ein weiteres Jahr wird dem Wein in der Flasche gegönnt. Er schönt und filtert nicht und schwefelt erst vor der Füllung.