Cold Facts:

Lage/Böden: Kleiner Wald/ Muschelkalk
Rebsorte: Pinot Noir
Mazeration: ja
Hefen: wilde
Gärung: ohne Temperaturkontrolle
Ausbau: im Holz (neu & gebraucht)
Schönung: nein
SO₂ total
Gefiltert: nein
Dichtung: Filigrane, rotbeerige und fundamental burgundische Sprache. Geradlinig und ohne Gramm Fett. Eine Terroirwein wie aus dem Lehrbuch. Will man kalkbasierten Pinots auf die Spur kommen, sollte man sich einfach damit beschäftigen. Kühle, lebendige Textur, verhaltene, delikate, vielschichtige Aromen, lang und persistent am Gaumen.

 

Wahrheit: Pinot Noirs sind im Idealfall subtile und unaufdringliche Zeitgenossen. Sie sind zurückhaltend und öffnen sich nur denjenigen, die sich mit ihnen beschäftigen wollen. Wachsen sie auf Kalk sind sie generell noch diskreter und brauchen noch etwas mehr Beschäftigung und Zeit. Man kann diese Eigenheiten natürlich auch unterdrücken (sehr lange Extraktionszeiten, neue getoastete Holzfässer), doch würde man ihn damit zu einer Allerweltserscheinung degradieren. Der Pinot Noir vom Kleinen Wald steht paradigmatisch für Feinheit, Detailreichtum und Herkunft. Die basiert auf alten Reben, kühlem Klima und kargem Muschelkalk. Der Rest verdankt sich der diskreten und zurückhaltenden Handschrift des Winzers.