Cold Facts:

Lage/Böden:
Rebsorte: Primitivo
Mazeration: ja
Hefen: wilde
Gärung: ohne Temperaturkontrolle
Ausbau: in Stahltanks
Schönung: nein
SO₂ total:
Gefiltert: nein

Dichtung: Pfeffer und zumindest in meiner Nase ein paar mediterrane Kräuter, Thymian und Oregano… was aber vor allem überrascht ist das, was fehlt. KEINE aufdringlichen Beerennoten, KEINE Rosinen oder getrockneten Zwetschken, KEIN Zimt und was man sonst so in Primitivo findet. Zudem wirkt er lebendig, frisch, sogar ein wenig kühl, ein absolute Ausnahmeerscheinung.

 

 

Wahrheit: Primitivo = CRLJENAK Kastelianski = Zinfandel, wobei die Reihenfolge eigentliche mit der kroatischen Rebsorte beginnen müsste. Egal, uns interessiert erstere und ein wenig auch letztere, da ich zwar bis vor wenigen Tagen noch nie einen guten Primitivo, dafür schon einige exzellente Zinfandel getrunken habe. Da die beiden Rebsorten ein und dieselbe sind, dachte ich, dass das qualitative Gefälle a. entweder klimatische Ursachen oder b. önologische Hintergründe hat. Die besten amerikanischen Winzer, allen voran Paul Draper von Ridge, haben sich Zinfandel zur Lebensaufgabe gemacht, eine Leidenschaft, die ich keinem italienischen oder apulischen unterstellen würde. Bis ich vor kurzem Jutta und Mimmo kennenlernte. Ihre Herangehensweise ist so akribisch und respektvoll, so durchdacht und penibel, dass sie selbst dem notorisch schwierigen Primitivo unbekannte weil elegante und vitale Seiten entlocken konnten. Gelungen ist das vor allem durch eine rigoros biologische Bewirtschaftung im Weingarten, niedrige Erträge, kühle Lagen, nicht zu späte Lesen und eine quasi interventionsfreie Arbeit im Keller.