Cold Facts

Farbe: rot
Lage/Böden: Kalk
Rebsorte: Tai Rosso (Grenache)
Mazeration: ein paar Wochen
Hefen: wilde
Gärung: ohne Temperaturkontrolle
Ausbau: in grossen Holzfässern
Schönung: nein
SO₂ total: kein beigefügtes
Gefiltert: nein
Physikalische Intervention: nein

Dichtung: Ein Ping-Pong aus roten (Kirschen) und dunklen (Brombeeren) Früchten, die definitiv den ersten Eindruck bestimmen; zimtige Noten und Rosenblüten gesellen sich dazu, ehe mit Luft und Zeit ein wenig Erde und Baumrinde übernimmt, am Gaumen ist der Tai frisch, saftig, spielerisch, der perfekte Weine für die kühleren Nächte der warmen Jahreszeiten, nicht komplex aber nie banal, leicht gekühlt (15-16°C) am allerbesten, in all der Frische doch auch persistent, passt zu Pilzen, Pasta, Fisch und Geflügel.

Wahrheit: Die Ungarn haben, mit ihrem Beharren den Namen Tokaji und alle gleichklingende Wörter (Homonyme) für sich zu vereinnahmen, die Winzer Norditaliens und Sloweniens in gröbere Not gebracht. Die Friulaner und Slowenen nennen ihren Tokaj jetzt gelegentlich Jakot (Palindrom), die Winzer der Colli Berici haben aus Tokai Rosso und Bianco, die AkrnymeTai Rosso/Bianco gemacht. Tokai/Tai Rosso ist gleichbedeutend (Synonym) übrigens mit dem sardischen Cannonau, der wiederum die gleiche DNA wie Grenache hat usw.

Daniele Portinaris ist ein Verfechter der Mikrointervention und deswegen sieht sein Tai Rosso im Weingarten lediglich ein wenig Schwefel und Kupfer, im Keller nur altes Holz, wilde Hefen und ganz zum Schluss 16mg/l Sulfite.