Cold Facts

Dichtung: schon in der Nase ein ziemlich filigranes Spektakel, intensiv und aromatisch, ein feine Einheit aus Veilchen und Kirschen, dicht am Gaumen, engmaschiges Tannin, firm und kompakt, sollte man über die nächsten Jahre zumindest für ein paar Stunden atmen lassen, saftig wie ein Steak, zu dem er zweifellos gut passen würde.

Wahrheit: Eines der beeindruckendsten Erlebnisse der letzten Wochen war es mal wieder ein paar Nebbiolos zu verkosten und an vorderster Stelle – also die beeindruckendste von allen – waren definitiv diejenigen von Guiseppe Rinaldi. Rinaldis Zuhause ist kurz nach Barolo auf dem Weg hinüber nach Monforte und zu seinen Top-Lagen zählen Brunate und Cannubi. Die Vinifizierung ist in jeder Hinsicht klassisch – die Weine werden spontanvergoren, lange mazeriert und landen dann für ein paar Jahre in großen slawonischen Holzfässern und all das weist schon mal darauf hin, dass es sich um Langstreckenläufer handelt und nicht um knackige Sprinter (die verkosteten Weine zeigten also neben großer Klasse einfach auch nur angedeutet ihr Potenzial). Knackig sind dann freilich der Gerbstoff und die Säure.