Cold Facts:

Lage/Böden: Graf/Opok (Kalkmergel)
Rebsorte: 
Zweigelt
Mazeration: 
ja, ca. 3 Wochen
Hefen: 
wilde
Gärung: 
ohne Temperaturkontrolle
Ausbau: 
in großen Holzfässern
Schönung: 
nein
SO
total: 0 (2008)
Gefiltert: 
nein
Alkohol: 
12,5%

Dichtung: fleischig, saftig und dunkel wie die Nacht – auch in der Nase, Pfeffer, Brombeeren und Mineralik und das ist nur der Anfang. Am Gaumen geht es strukturiert und druckvoll weiter, die Textur ist kühl und einladend, der Trinkfluss ist geradlinig und stringent, der Gerbstoff ist präsent, obschon eingebettet in einen durchaus samtigen Körper. Kraftvoll, würzig, dicht, elegant und langlebig.

Wahrheit: Definitiv einer der besten Zweigelt des Globus und also Österreichs. Der Graf ist so gestrickt, dass er, ähnlich wie sein kleiner Bruder vom Opok, gnadenlos Weltbilder zum Einstürzen bringt. Sepp Muster hebt Zweigelt auf ein Niveau, das selbst von den besten Blaufränkern kaum erreicht wird. Die Gründe dafür sind vielfältig, können aber eventuell unter folgenden Punkten subsummiert werden: alte Rebstöcke, biodynamische Bewirtschaftung, klimatische Randposition mit kühlen Einflüssen von der Koralpe, ideale Bodenstruktur (Opok), gesundes Traubenmaterial, minimalste Interventionen im Keller und ein brillanter Winzer, der egal, ob er es mit Welschriesling, Blauem Wildbacher oder eben Zweigelt zu tun hat, das Optimum aus den Beeren holt. Die werden wie immer spontan vergoren, nach ca. 3 Wochen Maischestandzeit sanft abgepresst und quasi unbehandelt (Minimalschwefelung, wenn überhaupt, 2008 beispielsweise wurde gar nicht geschwefelt) nach zwei 2-4 Jahren im Holzfass ungefiltert abgefüllt.