Cold Facts:

Lage/Böden: Opok (Kalkmergel)
Rebsorte: 
Zweigelt
Mazeration: 
ja
Hefen: 
wilde
Gärung: 
ohne Temperaturkontrolle
Ausbau: 
in großen Holzfässern
Schönung: 
nein
SO
total: < 30mg/l
Gefiltert: 
nein
Alkohol: 
12,5%

Dichtung: Kühl, dunkel, pfeffrig aber schon auch nicht zu wenig Kirsche. Warum auch nicht, letztlich handelt es sich ja doch um Zweigelt, Sepps Basisversion ist allerdings auch noch strukturiert, saftig, engmaschig, ausbalancier, bekömmlich und gut. 

 

Wahrheit: Vor kurzem hätte ich beim Zweigelt noch mit der ganzen unumstößlichen Wahrheit ausgepackt, wäre über den faschistischen Doktor Z. hergezogen und über seine unsinnige Idee, Österreich unabhängig von den dunkelfärbigen Weinen des Südens zu machen, über seine sensorische Belanglosigkeit, seine Mitverantwortung für die Verdrängung brauchbarer Rebsorten und seine Totaldegeneration als Massenträger. In der Zwischenzeit bin ich mir aber nicht mehr ganz sicher, was die Wahrheit betrifft. Meine Skepsis begründet sich nicht in neuen Aufschlüssen über das Geschichtsbild des Dr. Z., vielmehr in den sensorischen Möglichkeiten der Rebsorte. Kurz: Ich habe in den letzten Monaten zu viele gelungen Versionen getrunken – von Niki Moser, Alwin Jurtschitsch, Birgit Braunstein, Judith Beck, Karl Schnabel und eben auch Sepp Muster. Sepps Reben sind alt und wurzeln in Opok, steirischen Kalkmergel, die Lese erfolgt wie immer händisch und selektiv,die Gärung startet und spontan und läuft in offenen Gärständern ab, der Ausbau findet über 2-3 Jahre in kleinen Holzfässern statt, die Schwefelung tendiert gegen Null. All diese Faktoren führen zu einem stoffig-saftigen, extrem angenehm-bekömmlichen Wein, dem man durchaus ein halbes Dutzend Jahre gönnen kann.