Cold Facts

Dichtung: Manchmal spürt man Energie schon in der Nase und zuweilen riecht man auch Samtigkeit. So geschehen beim Pecoranera von Guido. Fokussiert man sich dann auf die Aromen sind es erstmal Kräuter und nasse Erde, die in der Nase für Aufruhr sorgen, dann legen sich Waldfrüchte drüber und eine feine pfeffrige Note. Am Gaumen kombinieren sich ordentliche Gerbstoff, Kühle und filigrane Aromen und betten sich in eine samtige Textur ein, Säure und perfekt eingebundener Alkohol (immerhin 14%) liefern eine zupackende Struktur und neben mineralischen Noten zieht sich vor allem ein feiner Kirschton von der Zungenspitze bis zum Gaumen. Ist 10 Jahre alt und kann nochmals 20 Jahre lagern. Luft tut ihm gut.

Wahrheit: Freisa – eine der vielen autochthonen Sorten des Piemonts – gibt mit 80% Cuvéeanteil den Ton an, Dolcetto (Tannin) und Merlot (Textur) ergänzen gekonnt. Die Rebstöcke sind 20-25 Jahre alt, sind seit jeher biologisch kultiviert und landen nach 5-wöchiger Mazerationszeit und einer spontanen Gärung in großen Holzfässern. Dort bleiben sie für knappe 2 Jahre ehe sie für ihre weitere Entwicklung in Burgunderflaschen weiterreifen. Die Weine sind minimal geschwefelt (30mg/l) und werden nicht filtriert. Man sollte sie „vor dem Verzehr nicht schütteln“, nach 10 Jahren hat sich doch einiges an Depot angesammelt.