Cold Facts:

Lage/Böden: Vigna del Roccolo
Rebsorte: Sangiovese
Mazeration: ja, einen guten Monat lang
Hefen: wilde
Gärung: ohne Temperaturkontrolle
Ausbau: in gebrauchten Barriques
Schönung: nein
SO₂ total: < 50mg/l
Gefiltert: nein
Alkohol: 14,5%

Dichtung: Leder, Blut und Efeu – kein Titel eines Italo-Western, vielmehr die erste Wahrnehmung, die der Poggio Tura in der Nase auslöst. Eine Handvoll Würze ergänzt und Bohnen mit Speck würden vermutlich bestens dazupassen. Allerdings auch Steaks und Wild. Kraftvoll, saftig und kompakt geht es am Gaumen weiter, die Gerbstoffe packen zu, die Frucht ist dunkel und der Pfeffer schwarz, der Körper ist gewichtig aber nie fett, der lebendigen Säure sei Dank.

 

Wahrheit: Sangiovese, „das Blut Jupiters“, macht in Paolo Babinis Poggio Tura seinem Namen alle Ehre. Die Aromen sind intensiv und komplex, der Grund dafür liegt vor allem in einem sehr speziellen Terroir und einer erstaunlichen Klonvielfalt. Babinis Weingärten befinden sich auf 500 Meter, direkt über der kleinen mittelalterlichen Stadt Brisighella. Dass Sangiovese in der Romagna eine ähnliche historische Bedeutung hat wie in der Toskana, beweisen die 15 verschiedenen Sangioveseklone, die allesamt in der Romagna beheimatet, dicht an dicht (8000 Reben am Hektar) im Vigna del Roccolo wurzeln. Erzogen wird im traditionellen albarello-romagnolo-System, einer Niedrigstockerziehung, die Erträge pro Stock liegen bei ca. 700 Gramm. Gelesen wird, der Höhe des Weingartens wegen, erst Anfang Oktober, die darauffolgende Gärung findet in Holzbottichen statt, der Ausbau erfolgt über weitere 28 Monate in gebrauchten Barriques.