Cold Facts:
Lage/Böden: von Donnerskirchen bis zu den Rusterbergen/Lehm, Kalk, Sand
Rebsorte: Sankt Laurent/Blaufränkisch
Mazeration: ja
Hefen: wilde
Gärung: ohne Temperaturkontrolle
Ausbau: im 2500 l. Fass
Schönung: nein
SO₂ total: < 50mg/l Gesamt
Gefiltert: nein
Dichtung: saftig, kraftvoll und dicht und dabei trotzdem total auf der Schusterschen Linie. Die setzt auf Subtilität, selbst dann, wenn es wärmer als normal ist und selbst dort, wo man normalerweise mit Prunk & Pomp rechnet – bei Reserven. Ergo: kühle Stilistik, balsamisch-ätherische Noten, gewürzt mit einer Handvoll Pfeffer und erweitert durch eine zweite Handvoll rote Beeren.

 

Wahrheit: Normalerweise würde ich sagen, dass Sankt Laurent kein idealer Cuvéepartner ist. Zu feingliedrig, zu diskret. Ich würde dasselbe in anderen Worten auch generell über den Blaufränkisch behaupten (es ist viel zu schade, seine lebendigen rotbeerigen Aromen mit Cabernetwürze niederzuknüppeln oder seine packende Säure mit Merlot zu tranquilizen –Sankt L. hat freilich beides nicht vor) aber letztlich spricht die Reserve von Hannes Schuster eine eigene Sprache – in der es, anders als so oft, nicht um die Betonung der Sorte, sondern um die Repräsentation eines Terroirs geht. Das zieht sich von Donnerskirchen (sehr kühl) bis zu den Rusterbergen (ziemlich kühl) und spiegelt sich nuanciert im Wein wieder. Hannes meint sein „Hausblend“ wäre der fehlende Puzzleteil in seinem Sortiment – der war übrigens über knapp 2 Jahre in einem 2500 Liter Fass, um letztlich das Sortiment zu komplementieren.