Cold Facts:

Lage/Böden: Czamillonberg, Krebskogel/Opok
Rebsorte: Chardonnay
Mazeration: nein
Hefen: wilde
Gärung: ohne Temperaturkontrolle
Ausbau: in großen Holzfässern
Schönung: nein
SO₂ total: 32 mg/l
Gefiltert: nein

Dichtung: ein bisschen wie bester Champagner, nur ohne Sprudel. Zumindest in der Nase. Eine Handvoll Haselnüsse liegt da neben einem Brioche, von Frucht ist weit und breit keine Spur, dafür finden sich Kalk, Kräuter und Steine. Die Textur ist von einem doppelten Gerüst getragen. Zum einen sorgt die Säure dafür, dass man nicht wegschläft, zum anderen ist die Konsistenz dicht und kompakt. Je länger die beiden Zeit haben zueinander zu finden, desto harmonischer wird die ganze Sache (dekantieren lohnt sich allemal). Nie ungestüm, eher ruhig, dafür lang und bekömmlich.

 

 

Wahrheit: Chardonnay lebt wie keine andere Sorte von seiner (ihrer? – man kommt da immer irgendwie ein wenig durcheinander) Geologie und seinem (ihrem?) Klima, kurz vom  T…..R (wir Österreicher, weniger selbstbewusst als die Franzosen zieren uns immer ein wenig bei diesem Wort) und das ist sowohl am Czamillonberg wie auch am Krebskogel eins A dafür geeignet – der Opok (Boden) sorgt grundsätzlich für eine eher straffe Stilistik, das eher kühle Klima bedingt eine lange Vegetationszeit, aromatische Trauben und eine elegante Stilistik. Andreas Tscheppe vinifiziert seinen Chardonnay spontan und ohne Temperaturkontrolle, der Ausbau erfolgt geduldig im großen Holzfass, geschönt wird nicht, das Filtern lässt er ebenfalls bleiben. Die Schwefelwerte befinden sich am Minimum und werden von Jahr zu Jahr weniger. Die Geduld, die Andreas bei der Weinwerdung aufbringt, sollte man auch selbst beweisen. Der Wein hat eine Lebenserwartung, die ungefähr der eines Feuersalamanders entspricht.