Cold Facts:

Lage/Böden: Tuff, Ton
Rebsorte: Trebbiano 70%, Grechetto 20%, Malvasia 10%
Mazeration: ja, teils 20%
Hefen: wilde
Gärung: 20% auf den Schalen ohne Temperaturkontrolle, 80% ohne Schalenkontakt temperaturkontrolliert
Ausbau: in Edelstahltanks
Schönung: nein
SO₂ total: < 50mg/l
Gefiltert: nein

Dichtung: Mandeln und Mandelblüten, ein bisschen Trockenfrüchte, Steine. Danach ist es ein Ping Pong aus samtiger Textur, tragender Säure und ein bisschen Gripp durch die Gerbstoffe. Lebendigkeit und Eleganz sind die sensorischen Säulen, Zitrus- und ein paar Beerennoten tragen zum aromatischen Teil bei.  Bekömmlich und lang.

 

 

Wahrheit: Die Ecke, in der Paolo Bolla Wein keltert, ist definitiv nicht berühmt für ihre Weißweine. Trebbiano ist hier der Haus- und Hof- und Trattoriawein und tendenziell sind die Weine simpel, leicht und frisch. Dagegen gibt es eigentlich wenig einzuwenden, vor allem dann, wenn man Wachteln oder Tauben am Teller liegen hat, Federvieh aus Orvieto und folglich Spezialitäten der Region. Der alte Elso, der Namensgeber des Weins und ehemalige Besitzer von Fontesecca hat vermutlich solche Weine gekeltert. Paolo hat sich nur ein wenig davon entfernt, doch wollte er dem Wein neben seiner Trinkigkeit auch wenig Saftigkeit und Textur mit auf den Weg geben. Den 70% Trebbiano werden deshalb mit 20% Grechetto und 10% Malvasia aufgepeppt, was der notorisch neutralen Sorte plötzlich völlig neue Dimensionen  verleiht. Die bis zu 40 Jahre alten Weingärten befinden sich auf 350 Meter, sind südseitig exponiert, kriegen allerdings zum einen die Kühle der Nacht, zum anderen nicht zu wenig Wind zu spüren. Das Terrain selbst ist von Ton und Tuffstein geprägt, die Bewirtschaftung ist strikt biologisch. Die Vinifizierung startet spontan, wobei 20% der Trauben (der Grecchetto) mit den Schalen und ohne Temperaturkontrolle vergären, 80% werden gleich gepresst und temperaturkontrolliert vergoren. Gärung und Ausbau finden im Edelstahltank statt.