Cold Facts

Lage/Böden: Leithagebirge, Kalk
Rebsorte: Neuburger
Mazeration: ja, erst 5 Tage mit den Füßen eingemaischt, danach weitere 5 Tage auf den Schalen
Hefen: wilde
Gärung: ohne Temperaturkontrolle
Ausbau: gebrauchte Holzfässer
Schönung: nein
SO₂ total:
Gefiltert: ja, grob

Dichtung: weich, rund und warm schon in der Nase, am Gaumen dann dasselbe Spiel, intensive, dichte, gelbe, reife Frucht, saftig, kompakt, mundfüllend aber mit extrem lebendigem Kern, individuell, balanciert, lang

Wahrheit: Mit Neuburger ist es so eine Sache. Man freut sich, wenn man mal einen bekommt (so viele gibt es ja nicht) und fragt sich dann schnell, warum man sich eigentlich gefreut hat. Irgendwie hat man stets eine hohe Erwartung, die dann recht konsequent zerstört wird. Viel zu oft wird er zu früh gelesen, ist dünn und simpel, und wenn man mal einen spät gelesenen bekommt, ist entweder Botrytis im Spiel oder die Säure am Sand. Äußert man verhaltene Skepsis, wird auf das Potenzial verwiesen.

Judith Becks Neuburger hat Potenzial von der zweiten Sekunde weg. Die erste sollte man damit verbringen den Wein ein wenig im Glas zu schaukeln, wie schon bei ihrem Chardonnay tut Luft nur gut. JBs Neuburger wurde relativ spät gelesen, gerebelt und dann mit den Füßen eingemaischt, 5-tägiger Schalenkontakt folgte (in der Gewissheit aus 1A-Traubenmaterial auch ordentliche Extrakte rauszuholen), danach folge eine spontan einsetzende Gärung, der Ausbau in gebrauchtem Holz und dann lange nichts, ehe er vor der Füllung grob gefiltert und dezent geschwefelt wurde.