Cold Facts

Dichtung: Dunkel wie eine Herbstnacht über Langenlois und optimal in Kombination mit Dead Flowers von den Stones. Ergo: welke Blütennoten in der Nase, schwarzer Pfeffer und Earl Grey, am Gaumen gesellen sich noch Pflaumen und Steine dazu. Eingebettet ist das Aromaquintett in einen Körper, der sowohl barock wie auch muskulös ist, ausladend und doch straff, kurz: dessen warmer Grundton von ausreichend Säure gepuffert wird. Langes, vielfältiges und dunkles Finale.

Wahrheit: Die Dechant ist anders und das macht sie natürlich auch besonders; die Lage ist warm, am Bergfuß gelegen und schaut nach Osten, mitten in die Morgensonne, der Boden basiert auf tiefgründigem Löss. Diese Voraussetzungen legen einen Wein nahe, der etwas üppiger und weicher ausfällt, genauso, wie man ihn im Hause Jurtschitsch eigentlich nicht haben will.

Dass sie trotzdem leidenschaftlich gerne Wein aus der Dechant machen, liegt gerade in der Herausforderung die balancierenden Komponenten aus der Lage rauszukitzeln: die Säure ist dabei absolut entscheidend, sie bildet das Korsett und das muss sitzen. Elementar ist also der richtige Lesezeitpunkt, um den Balanceakt zwischen dichtem Körper und kompakter Struktur zu schaffen. Gelingt das, hat man es mit einem paradigmatischen Veltliner zu tun, der Vitalität, dunkle Frucht und Würze² offeriert. Der Ausbau passiert über mehrere Monate auf der Hefe in gebrauchten 2000-Liter-Eichenfässern.