Cold Facts

Dichtung: Kräuter, Tabak, Steine und dunkle Würze, die Frucht versteckt sich fürs erste noch, doch sollte das nicht beunruhigen. Der Käferberg ist ein Marathonläufer und verschießt nicht gleich die komplette Munition. Zudem entdeckt man dann am Gaumen ohnehin ein wenig Exotik, allerdings dominieren Würze und Mineralität. Der Rest: engmaschig, saftig, konzentriert und dynamisch, mit einem dezenten aber tragenden Säurebogen, der sich von der Zungenspitze bis zum Gaumen zieht.

Wahrheit: Der Käferberg ist ein Monument, gebaut auf Gneis, Glimmer und Amphibolit.  Der Weingarten ist steinalt, manche Stöcke haben mehr als 50 Jahre auf dem Buckel und entsprechend niedrig und konzentriert ist ihr Ertrag. Auf dem nackten Fels liegt bisweilen noch etwas Löss und eine immer dichtere, vitalere und stets begrünte Humusauflage, in der sich das pralle Leben abspielt. Die Lage schaut in Richtung Italien, die Wärme wird aber wie so oft von frischem Wind gebrochen. Im Keller wird spontan vergoren und dem Jahrgang gemäß, die Zeit auf der Hefe fixiert. Der Ausbau findet in großen, gebrauchten Holzfässern statt und Anfang September des auf die Lese folgenden Jahres erblickt der Käferberg dann das Licht der Welt – meist mit der Bitte noch ein wenig Zeit in der Flasche zu bekommen.