Cold Facts

Dichtung: Pfirsich und Pfeffer, tja, klassische Veltlinernoten, aber viel klassischer als Veltliner von der Lamm geht es nicht und außerdem ist das ja auch noch lange nicht alles. Kamille und Tabak gesellen sich schnell dazu, doch auch diese beiden werden peu a peu, Minute für Minute ergänzt – die Lamm ist aromatisch wandlungsfähig und heterogen, ihre Struktur bildet dagegen einen stabilen Gegenpol: dicht, engmaschig, saftig, voluminös, kompakt wird sie von lebhafter Säure und zupackender Mineralität bis zum Gaumen und darüber hinaus getragen.

Wahrheit: „Geile Lage“, um mal kurz den Winzer höchstpersönlich zu zitieren. Jedenfalls eine absolute Veltliner-KULT-Lage. Auf der grasen übrigens keine Lämmer (kommt vielleicht noch), der Name ist dem „Loam“, dem Lehm geschuldet, wobei der Lehm auch nur bedingt der Wahrheit nahekommt. Denn eigentlich hat man es auf der Lamm mit Löss zu tun, dichten, dicken Lösswänden, meterhohen Abbruchkanten, die dort seit dem Perm entstanden sind. Die Lamm bekommt als allererste der Zöbinger Lagen Morgensonne ab, und mit ihr einher weht kontinuierlich Wind durch die Terrassen. Da es keine Abendsonne gibt hat man es teils mit ordentlichen Tag-Nacht Schwankungen zu tun.
Im Keller läuft alles wie gehabt. Kurze Maischestandzeit (ein paar Stunden), oxidative Mostverarbeitung, Spontangärung, Ausbau in 1000-Liter Holzfässern, je nach Jahrgang kurze oder längere Mazerationszeit.