Cold Facts:

Lage/Böden
Rebsorte: Sauvignon Blanc, Muskateller, Chardonnay
Mazeration: ja
Hefen: wilde
Gärung: ohne Temperaturkontrolle
Ausbau: 500 Liter Holzfässer
Schönung: nein
SO₂ total: kein zugesetztes SO
Gefiltert: nein

Dichtung: Für die 80% Allergiker unter uns (und ich bin ein Vorzeigeexemplar) ist der Wein der Stille ein Triumph (für die glücklichen 20% ebenfalls). Kein Schwefel (wobei ich gegen zuviel Schwefel nur eine Aversion und keine Allergie habe) und eine Menge richtig reife Frucht (Orangen und ihre Schalen, Sommerpfirsiche – ALLERGIEALARM) und Nüsse (mein Tod). Das Aromaspektakel, das dem Namen zum Trotz ziemlich laut ist, liefert auch noch eine ganze Menge Kräuternoten. All diese Komponenten sind absolut ausbalanciert und harmonisch. Und zwar in der Nase und am Gaumen. Dort bettet sich die Säure (A) in den Gerbstoff (B) und der Gerbstoff in die Säure und irgendwann weiß man nicht mehr, wo A anfängt und B aufhört. Alles verwoben und in sich ruhend – daher vielleicht der Name. Wobei ich die Probe noch aufs Exempel gemacht habe – in Ruhe (sprich Stille) getrunken, später dann mit Modest Mouse („Good news for people who love bad news“). Beide Male tipptopp.

 

 

Wahrheit: Um es gleich vorauszuschicken und die gebührende Objektivität beiseitezulassen: ich finde die Weine von Franz Strohmeier super. Großartig und umwerfend. Auch seinen ganzen önologischen Ansatz oder wie man es immer nennen will – am besten auf seiner Seite nachzulesen. Der „Wein der Stille“ ist nur eines von einem guten Dutzend Meisterwerke, hauptanteilig ist es Sauvignon Blanc, ein wenig Chardonnay und Muskateller ergänzen und in seiner Namensgebung ist er gewissermaßen Axiom und generelles Motto. Gelesen wird das, was Schädlinge wie Nützlinge übriglassen – im Allgemeinen zwischen 1500 und 3000 Kilo, ausgebaut wird im 500 Liter-Holzfass, Eingriffe gibt es eigentlich KEINE. Keine Hefen. Keine Enzyme. Kein Filtern, kein Schönen, kein Schwefel. WEIN. PUR.