Cold Facts:

Lage/Böden: Schnabel/Löss auf Konglomeratfels
Rebsorte: Grüner Veltliner
Mazeration: nein
Hefen: wilde
Ausbau: in kleinen Holzfässern
Schönung: nein
SO total: kein zugesetzter Schwefel
Gefiltert: nein
Alkohol: 13,5%
Flascheninhalt: 0,75l

Dichtung: Steine, Kräuter und Würze. Mit etwas Luft – und die sollte man ihm gerade in seinen jungen Jahren gönnen – kommen auch immer eminentere Fruchtnoten durch, Pfirsiche vorzugsweise aber auch Zitrusfrüchte. Am Gaumen übernehmen wieder die Steine, es geht mineralisch und würzig zur Sache, Orangenblüten und ein leicht nussiger Ton erweitert das Spektrum, wobei aromatische Zurückhaltung im Vordergrund steht. Vielleicht auch deshalb, weil andere Komponenten dazukommen. Die Textur ist profund und konzentriert, der Körper üppig und doch  kompakt, die Säure wird von ein wenig Gerbstoff gestützt. Steht erst am Beginn einer großen Laufbahn.

 

 

Wahrheit: Der Name ist Programm. Interventionen befinden sich bei Niki Mosers quintessentiellem Veltliner auf einem absoluten Minimum, wobei das nicht bedeutet, dass hinter seiner Vinifizierung nicht eine Menge Arbeit und Intentionen stecken. Letztlich legt er freilich Zeugnis davon ab, was passiert, wenn man der konsequent biodynamischen Arbeitsweise im Weingarten auch noch den Empfehlungen von Demeter im Keller folgt. Spontane Vergärung, keine Temperaturkontrolle, weder Enzyme noch Hefenährstoffe, keine Schwefelungen (weder im Most noch im Wein), keine physikalischen Interventionen (Mikrooxidation, Osmosen etc.), keine Schönungen, keine Filterung; was dagegen ganz wesentlich benötigt wird sind extrem gesunde Trauben, kleine gebrauchte Holzfässer und Zeit.  Die sollte man auch vom Weintrinker einfordern. Erfahrungsgemäß entwickelt sich der Minimal stetig aber sicher über ein gutes Jahrzehnt und öffnet Jahr für Jahr neue Nuancen, Aromen und Texturen. Wer keinen Nerv hat, den Wein über Jahre im Keller zu verstauen, oder wen die Neugierde überkommt, sollte den Minimal auf jeden Fall für einige Zeit dekantieren und ihm Rotweingläser gönnen.