Karl Schnabel Sausal 2014

Dichtung: Rote Frucht, animierend und einladend – in der Nase. Das findet am Gaumen und davor seine Fortsetzung. Was allerdings wirklich beeindruckt sind Textur und Trinkfluss. Erstere ist samtig, zweiter ist enorm und zwar ohne dabei an Tiefe oder Substanz zu verlieren. Disziplin ist folglich gefragt. Denn während man eigentlich gleich den nächsten Schluck/das nächste Glas nehmen möchte, hallt der zuvor genommene Schluck noch nach – Pfeffer und noch mehr rote Frucht machen sich breit und verharren elegant und völlig unaufdringlich am Gaumen. Die Säure ist sanft und verleiht dem Wein doch ausreichend Spannung. Im Grunde stellt der Sausal den idealen Trinkwein dar, der ohne viel Alkohol kompromisslos den Hals hinunterrinnt und sich dabei doch Komplexität und Vielschichtigkeit bewahrt.

Wahrheit: Der Sausal ist der Einstiegswein in die Rotweinwelten von Karl Schnabel und beinhaltet dabei doch schon alles, was man auch in seinen Einzellagenweinen findet: Trinkfluss, Tiefe, Saftigkeit, Vitalität und eine einladende Offenheit, die alle seine Weine charakterisiert. Der Grund dafür liegt in der vollständigen Abwesenheit von Sulfiten bei gleichzeitig absolut gesundem Traubenmaterial. Sind schwefelfreie Weine perfekt vinifiziert, scheint genau dieses Charakteristikum einen elementaren Unterschied zu oft auch nur leicht geschwefelten Weinen darzustellen. Schwefel zwingt Wein in ein Korsett, aus dem er sich bisweilen nur sehr langsam befreit. Wenn überhaupt.

Der Sausal basiert auf Blaufränkisch und Pinot Noir vom Hochegg und Zweigelt aus der Lage Kreuzegg – das geologische Fundament ist stets Schiefer, das landwirtschaftlich-philosophische Konzept ist biodynamisch Recommended Reading. Im Keller basiert nichts, abgesehen davon, dass sämtliche Weine ein paar Monate in burgundischen Piece verbringen. Die fassen 227 Liter und sind Karls bevorzugtes Ausbaugebinde seit er Anfang der 2000er Jahre einige Zeit im Burgund verbrachte.

Den Sausal kann man entweder direkt in Karl Schnabels Online-Shop oder aber in Wien in der Weinhandlung Polifka kaufen.

FrancoTerpin2Franco Terpin ist ein Grenzgänger, par excellence. Die Grenze läuft durch sein Leben, die Sprache, die Weingärten, die Rebsorten, seine Methoden: sie alle spiegeln sein Leben am Rand wieder. Er lebt auf der italienischen Seite des Collio, in San Floriano und doch ist vieles in ihm und um ihn slowenisch. Er spricht zu Hause Slowenisch und er ist Mitglied von Simbiosa, einem slowenischen Trio, das er zum Quartett macht.

Die Viererbande hat sich ein klares Regulativ gegeben, das sich in Francos Weinen widerspiegelt: die Weingärten werden biologisch bearbeitet, es wird also prinzipiell Verzicht geübt: weder Kunstdünger noch irgendwelche systemischen Mittel werden im Weingarten verwendet, im Keller arbeitet man dann ähnlich reduziert weiter und zwar mit extrem gesunden Trauben. Ansonsten würde es wenig Sinn machen, die Weine konsequent zu mazerieren – und ihnen auf diese Weise eine zusätzliche Dimension zu geben.

Auf acht Hektar, die sich alle auf Hängen in südlicher bis südöstlicher Exposition befinden, wurzeln Pinot Grigio, Ribolla Gialla, Sauvignon Blanc, Tokai Friulano, Chardonnay und ein bisschen Merlot und Cabernet Sauvignon. Die Rebstöcke sind teilweise erst vor kurzem gesetzt, manche alte jedoch wurzeln seit 50 Jahre und mehr in seinen Weingärten. Gärungen startebn spontan (wie immer bei Simbiosa), danach wird den Weinen (und zwar auch den Basisweinen, sofern man von solchen bei Franco sprechen will) Zeit gegeben – erst 12 Monate in gebrauchten französischen Eichenfässern, 12 weitere im Stahltank, um dann (unfiltriert) gefüllt weitere 6 Monate in der Flasche zu verbringen.

Ziel ist es – so banal das klingen mag – absolut authentische Weine zu erzeugen. Mit einer doppelten Handschrift: der des Winzers, seines Umfelds, seiner Ideen und der seiner Umgebung, dem speziellen Klima, den Böden, den Rebsorten und den in ihr beheimateten Traditionen.

Die Weine von Franco Terpin gibt es bei Vino nudo in Wien

FrancoTerpinDIE WEINE

Gemeinsame Nenner: 1. sämtliche Weine von Franco sind mazeriert, manche länger, manche kürzer und zwar nicht erst seit es zur Mode wurde, Weine ein wenig auf der Maische zu lassen. Er mazeriert sein Sortiment, seit er Wein macht und führt damit eine Tradition fort, die man seit jeher im friulanisch-slowenischen Grenzgebiet pflegt. 2. Franco setzt auf Holzfässer und dabei ist es völlig egal, ob es sich um seine Basislinie dreht oder um seine profundesten und aussagekräftigsten Weine. 3. Die Weine werden begleitet und das war es dann auch – sie vergären spontan und bleiben so lange im Fass bis sie sich a. von selbst geklärt haben und b. das Gleichgewicht und die Aromen gefunden haben, die Franco als repräsentativ und authentisch für seine Weingärten erachtet (das dauert für gewöhnlich ein paar Jahre) 4. Gefiltert wird nicht. 5. Er setzt auf Rebsorten, die seit Jahrzehnten in der Region angebaut werden und dort Tradition haben, allen voran Tokai, Ribolla Gialla und Pinot Grigio) 6. Alle Weine gehen runter wie Öl und wer noch nie mit orangen/maischevergorenen Weinen zu hatte, macht keinen Fehler, sich erstmal mit Francos Weinen zu beschäftigen.

Wer also einen kleinen Streifzug durch Francos Sortiment vorhat, könnte erstmal dem Quinto Quarto seine Aufmerksamkeit schenken: der Name ist eine Referenz an die einfachen oder marginalisierten Gerichte der römischen Gerichte, die aber letztlich die Basis für die tägliche Nahrungsaufnahme darstellen. Kichererbsen, Bohnen, Innereien etc. sind Beispiele und im Grunde spricht absolut gar nichts dagegen, sie mit Francos Version des Quinto Quarto runterzuspülen: saftig, mit expressiven Aromen vollgepackt und einem erdigen Unterton ist er ein idealer Partner und nebenbei auch bestens für sonnige Herbsttage geeignet (Ein weiterer gemeinsamer Nenner ist der, dass Franco keine Sommerweine macht – zumindest nicht solche, die man landläufig damit verbindet.) Sein „Pinot“, ein einfacher Pinot Grigio, ist weich, rund und zugänglich. Eine neue Dimension beschreitet man mit seinen reinsortigen Interpretation lokaler Rebsorten: der Jakot (Tokai) ist profund, dicht, puristisch und exakt, fokussiert und kühl – die Aromen spannen sich von Zitrusfrüchten über Pfirsiche bis zu mediterranen Kräutern. Tokai scheint mir eine perfekte Rebsorte für orange Interpretationen zu sein. Die Tannine und Säure geben den Weinen eine gewichtige und doch frische Textur, der Körper ist kräftig aber nie ausladend, die Aromatik komplex. Ähnliches lässt sich über Ribolla Gialla sagen und Francos Version macht da keine Ausnahme. Neben diesen Voraussetzungen kommen bei Franco noch reife gelben Aromen ins Spiel. Das Tannin ist relativ weich, die Säure dafür etwas strenger. Großartig ist auch seine Interpretation eines Sauvignon Blanc, die mit sämtlichen (vor allem negativen) Erwartungshaltungen, die man mit der Sorte verbindet, bricht. Statt Gras, Aspirinpulver und aufgesetzter Exotik, hat man es mit Unterholz, saftigen Pfirsichen und Akazienhonig zu tun. Der Körper ist robust und muskulös, der Abgang lang und salzig. Un capolavoro.

Gabriele da Prato kommt nicht nur das Verdienst zu, exzellente Weine zu keltern, er hat gleichzeitig eine Region zum Leben erweckt, von der man im Laufe der nächsten Jahre immer wieder hören wird.

concori_35-1024x732Die Garfagnana wurde nach dem zweiten Weltkrieg sukzessive verlassen – die Landwirtschaft auf ein Minimum reduziert, da man in der Ebene billiger und mehr produzieren konnte.

Als Gabriele 1998 mit der Podere Concori anfing war die Garfagnana, zumindest in weinbaulicher Hinsicht tot (und auch sonst war nicht viel los). Um ihn herum gabe es kein einziges Weingut mehr, kaum Erinnerungen an die einst höchstgelegenen Weinberge der Toskana.

Damit eine Sache tot ist, muss sie aber erstmal gelebt haben und auch wenn in der Garfagnana meist nur Weinbau für den eigenen Durst betrieben wurde, gab es doch Traditionen, Techniken und Rebsorten, die ihr eine eigene, besondere Identität verliehen. So fanden sich noch ein paar alte Weingärten, bestockt mit Ciliegiolo, Carrarese und Marracina, Rebsorten, die Gabriele rekultivierte (gerade die beiden letztgenannten dürften dort, wo die Garfagnana endet, völlig unbekannt sein.)

Jenseits lokaler Traditionen richtete Gabriele seinen Blick auch über den Apennin, die Alpi Apuane und weiter über die Grenzen nach Frankreich und ortete dort klimatische Bedingungen, die denen der Garfagnana nicht unähnlich waren. Er pflanze Syrah, Chenin Blanc, Pinot Blanc, Traminer und Pinot Noir und hatte dabei Hintergedanken, die sich von der Loire über die Nordrhone bis ins Burgund und ins Elsass spannten.

Steil abfallende Hänge, deren sandige Böden immer wieder mit von Schiefer durchsetzt sind bilden das topographische und geologische Fundament, kühle Winde, die Höhe und der Serchio – der Fluss, der das Tal hinunterfließt, bilden die Klimabasis für Gabriele und seine Rebflächen.

Die haben sich in der Zwischenzeit auf 3,5 Hektar ausgeweitet und werden seit 2000 ausnahmslos biodynamisch bewirtschaftet, definitiv keine leichte Aufgabe, da die Garfagnana Niederschlagsmengen aufweist, die mit der Steiermark vergleichbar sind.

Im Keller (siehe Weine) wird vorwiegend auf in der Zwischenzeit gebrauchte Holzfässer zurückgegriffen, die Gärung startet spontan, der Rest obliegt der Zeit. Die trägt letztlich mit dazu bei, dass sich sukzessive auch das Terroir in den Weinen manifestiert und neben einer saftigen und lebendigen Textur und einem straffen und kühlen Körper auch erdige und steinige Noten zum Vorschein kommen.

Gabrieles Erfolg führte dazu, dass die Garfagnana in den letzten Jahren wieder zu einem Ziel, vor allem für die Ambitionen junger Winzer wurde (Land ist billig), die immer spannendere, herkunftsbezogene Weine keltern und die gerade dabei sind Pinot Nero in die Weinlandkarte der Toskana zu integrieren.

Die Weine:

Die Wahl der Rebsorten ist definitiv einzigartig in der Toskana – kein Sangiovese und kein Vermentino, dafür Syrah, Pinot Nero, Traminer, Pinot & Chenin Blanc und ein paar steinalte lokale Rebsorten, die in keinem einzigen mir bekannten Rebsortenbuch Erwähnung finden. Letztlich zollt Gabriele damit einfach nur den natürlichen Voraussetzungen Tribut, die in der Garfagnana wesentlich kühler ausfallen als im Rest der Toskana und ihn veranlasst haben, in den Norden und über die Grenze zu blicken.

Im Keller fällte er schon früh einige Entscheidungen, die auf alle Weine angewendet werden. Er vergärt spontan, schönt und filtert nicht, gibt den Weinen Zeit und erst zum Schluss ein wenig Schwefel. Der „Bianco“ basiert auf Pinot Bianco und Chenin Blanc und wurzelt in den höchsten und kühlsten Weingärten in einer Mischung aus Sand und Schiefer. Die Textur ist elegant und geradlinig, die Aromen sind vor allem von Kräutern und Steinen getragen, auf Trinkfluss wird größten Wert gelegt und das merkt man auch. Der zweite Weißwein ist eine der spannendsten Traminerversionen, die ich kenne – der intensiven Blüten- und Fruchtwelt steht eine Säure gegenüber, die man für gewöhnlich lange in einem Traminer suchen kann und hebt in dadurch in eine Dimension, die nicht nur nach einem Schluck sondern nach einer Flasche verlangt. Beide Weißweine werden im Stahl ausgebaut.

Der Melograno, einer von drei Rotweinen, basiert größtenteils auf Syrah, unterstützt von Ciliegiolo, Carrarese und Marracino, alten Rebstöcken, die ganz sicher ihren Beitrag zur Textur und Aromatik des Weins beitragen. Der Melograno ist erstaunlich rotbeerig (für so viel Syrah), klassischer wirken da schon die erdigen und pfeffrigen Noten, die sich langsam einstellen.

Syrah erfährt durch den Vigna Piezza, einer zum Serchio abfallenden Einzellage, noch eine Steigerung, die allerdings nicht jedes Jahr produziert wird. Abgesehen von den schiefrigen Sandböden kommt dabei dem Fluss entscheidende Bedeutung zu, der immer wieder für Abkühlung sorgt und ganz wesentlich für die stringente und auch strenge Struktur des Weins verantwortlich ist. Die Aromen sind präzis und erdig, der Abgang lang, das Potenzial enorm (hier lohnt es sich definitiv solange zu warten, bis einem die Geduld ausgeht).

Bleibt Gabrieles Pinot Nero, den er selbst Pinot Noir nennt, womit die Stoßrichtung vorgegeben ist. Das Burgund ist das Vorbild, wobei die Reben nicht in Kalk sondern in Schiefer wurzeln. Die Exposition zieht sich nach Norden, die Lese ist spät und extrem selektiv. Kühle Kirschnoten und Unterholz bilden die Aromabasis. Die Säure packt angenehm zu, die Tannine sind fein und präsent, die Textur ist, wie auch schon bei seinen anderen Weinen, elegant und dynamisch.

Ausgebaut wird über 10 Monate in 225 Liter-Fässern. Geduld tut auch hier gut go to this website.

Cascina Corte ist ein Traum und zwar ein verwirklichter. Die Träumer waren Alessandro Barosi und Amalia Battaglia und kurzgefasst ging es in dem Traum darum, irgendwo in den piemontesischen Hügeln ein altes Haus, ein Stück Land und möglichst ein paar Rebstöcke zu finden. Die beiden begaben sich auf die Suche und wie es sich für einen großen Traum gehört, gestaltete sich die Suche schwierig, zog sich in die Länge, über Jahre, doch eines Tages im Jahr 2001 stand man plötzlich vor den Ruinen eines seit 30 Jahren verlassenen Anwesen, das umgeben von alten Dolcetto-Stöcken danach schrie, renoviert zu werden.

Die beiden zögerten nicht lange, erwarben das 300 Jahre alte Haus, das laut alten Aufzeichnungen den Namen Cascina Corte trug und begannen aus dem Traum einen Plan zu machen. Der sah als erstes die Rekultivierung der Weingärten vor, allesamt mit Dolcetto bestockt und laut den Nachbarn kurz nach dem Krieg gepflanzt. Punkt zwei des Plans war ein einfacher aber funktionaler Weinkeller und zu guter Letzt wollte man sich an die Renovierung des Hauses machen. Da man mit Wein bis dahin allerdings vor allem als Konsument zu tun hatte, holte man sich Giampiero Romana und Beppe Caviola ins Boot, die die Vorstellungen eines ökologisch nachhaltigen, authentischen und traditionellen Weinbaus in die Realität umsetzen sollten.

Cascina Corte arbeitet seit Anbeginn (2002) biologisch (mit biodynamischen Elementen). Waren es vorerst die 3,5 Hektar Dolcetto, die wieder Instand gesetzt werden sollten, pflanzte man wenig später weitere 1,5 Hektar aus, diesmal Nebbiolo und Barbera, einerseits um den Rebsortenspiegel ein wenig zu erweitern anderseits auch deswegen weil die drei in Dogliani fast immer als Gespann fungieren, wobei der Dolcetto in Dogliani stets die Hauptrolle spielte und das aus gutem Grund: nirgendwo sonst erreicht man mit der sträflich unterschätzten Rebsorte derart exzellente Qualitäten. Das Gebiet um Dogliani ist hügelig und relativ hoch, die Böden sind stark kalkhaltig, die meisten Weingärten befinden sich auf knapp 500 Meter und die damit verbundene Kühle verzögert die Reife um ein paar strukturgebende Tage und intensiviert Aromen, Säure und Gerbstoff. Hat man dann auch noch das Glück über alte und gesunde Rebstöcke zu verfügen, steht exzellenten und langlebigen Weinen wenig im Weg.

Alessandro und Amalia haben in der Zwischenzeit alle drei Punkte ihres Projekts verwirklicht und nach zehn Jahren Weingartenpflege wissen sie auch über ihre Rebstöcke Bescheid. Der Ertrag wird grundsätzlich niedrig gehalten, Dünger jedweder halten sie beide nicht mehr für notwendig und die Schwefel- und vor allem Kupfermengen im Weingarten werden sukzessive niedriger.

Im Keller arbeitet man so, wie es die meisten anderen Naturweinwinzer auch tun. Man vergärt spontan, interveniert kaum, filtert und schönt nicht und hält sich mit den Schwefelmengen zurück. Abhängig von der Rebsorte baut man in Edelstahl (Dolcetto) oder gebrauchten Holzfässern (Barbera, Nebbiolo) aus.

Da in Dogliani und folglich auch bei Cascina Corte der Dolcetto die erste Geige spielt, lohnt es sich auch mit ihm anzufangen. Laut Nachbarn wurden die Dolcetto-Reben kurz nach dem Krieg gepflanzt, sind folglich mindestens 60 Jahre alt und so gesund wie man es in dem Alter auch gerne wäre. Der Weingarten liegt auf 480 Metern Höhe, der Untergrund besteht aus Tuff und Kalk und diese beiden Faktoren dürften wesentlich dafür verantwortlich sein, dass man es mit einem strukturierten, staffen und eleganten Wein zu tun, bei dem klare präzise rote Fruchtnoten im Vordergund stehen. Unkompliziert aber eben nicht banal, ein Wein, der auf fast jede Tafel passt.

Alessandro und Amalia haben noch einen zweiten Dolcetto in petto, der ebenfalls aus 60 Jahre alten Stöcken gekeltert wird, allerdings von einer speziellen Parzelle, der Vigna Pirochetta. Hier wird noch einen Tick selektiver gelesen, der Ausbau ist zwar ebenfalls im Stahl, allerdings werden ihm 18 statt 12 Monate gegönnt. Intensive Fruchtnoten geben auch hier den Ton an, doch wirkt der Wein noch etwas engmaschiger und dichter, die Tannine sind griffiger und präsenter, das Potenzial größer.

Exzellent und vielleicht der beste Wein der beiden ist der Langhe Nebbiolo, Anfang 2000 gesetzt. Strukturiert, dynamisch, substantiell, gerbstoffbetont, erdig, floral und von kühlen, reifen Beerennoten getragen ist er ein beeindruckendes Statement dafür, dass die große Sorte des Piemonts auch südlich des Barolo bestens funktioniert. Die Höhe und die damit einhergehende Kühle garantiert auch in warmen Jahren (2009/11) ausreichend Säure und Lebendigkeit und damit einhergehend auch das Potenzial um sich auch über Jahre gut zu schlagen. Ausgebaut wird über 24 Monate in gebrauchten Holzfässern.

Ebenfalls im Holz landet der Vigna Bagnedòl, eine seltene Cuvèe aus Nebbiolo und Barbera, die dritte rote Sorte auf Cascina Corte. Stoffig, konzentriert und tief ist er der kräftigste Wein im Sortiment, wobei der Wucht mit ordentlich Gerbstoff und Säure gekontert wird. Das Gleichgewicht passt, wobei es hier, wie auch schon beim reinsortigen Nebbiolo, Sinn macht, sich ein wenig in Geduld zu üben Home Page.