Beschreibung: Herbstlaub die Farbe, in der Nase präsentiert sich allerdings noch der späte Sommer. Reife gelbe Früchte dominieren auf extrem anregende Weise, am Gaumen gesellen sich mediterrane Kräuter und ein wenig Salt dazu. Straffe Tannine und eine stringente Säure liefern das Korsett, in das ein erstaunlich muskulöser und kompakter Körper geschnürt ist (bei 11,5% Alk.). Lang, bekömmlich, komplex und beeindruckend.

Hintergrund: 100% Grecanico. Muss man nicht kennen. Allerdings liefert der Pithos Bianco eine Steilvorlage dafür weitere auszuprobieren. Der Grecanico wächst 230 Meter über dem sizilianischen Meer und ich vermute mal in einer sehr kühlen Lage, anders sind die 11,5% Alkohol nicht zu erklären. Die Böden sind karg und trotzdem stehen unbewässert 5000 Stock und in bester Gesundheit am Hektar. Die Lese findet für sizilianische Verhältnisse spät statt, danach geht es ab in spanische Tinajas (Fassungsvermögen 400 Liter), wo sie spontan vergären (es wird darauf geachtet, dass man die 30°C nicht überschreitet). Dort reifen sie für 7 Monate, ehe sie ungefiltert und ohne jegliches Additiv (kein SO₂) abgefüllt werden.

Dekantieren schadet nicht, sollte man die Geduld verlieren und ihn jung trinken wollen.

 

Bezugsquellen