Cold Facts:

Lage/Böden: vulkanisch
Rebsorte: Tokai
Rebalter:20 Jahre
Ertrag: bis 2200 Kilo
Mazeration: ja
Hefen: wilde
Gärung: ohne Temperaturkontrolle
Ausbau: 6 Monate in Amphoren mit Schalen, danach weitere 8 ohne Schalen
Schönung: nein
SO₂ total: kein zugesetztes SO₂
Gefiltert: nein

Dichtung: Blüten, Orangenschalen, mit der Zeit und Luft kommen zunehmend Kräuter dazu, am Gaumen dicht, gehaltvoll, substantiell und komplex, dabei elegant und komprimiert; druckvoll, guter Trinkfluss; braucht zwar nicht zwingend Zeit, sie tut ihm freilich (wie fast allen, in Amphoren ausgebauten Weinen) gut.

Wahrheit: Der einzige, mir bekannte, Amphorenwein aus dem Veneto, was ein wenig überrascht, ist die Region doch ansonsten ziemlich Avantgarde. Auf Lispida jedenfalls hat die Amphore quasi Tradition, Wein wird darin schon seit gut einem Jahrzehnt gekeltert, man weiß also, was man tut. Prinzipiell ist das nicht allzu viel. Nach 6 Monaten Mazertionszeit in der Amphore wird umgezogen und wieder eingezogen in die Amphore: diesmal ohne Schalen und das für 8 Monate. Das ergibt de facto einen dichten, konzentrierten, komplexen und letztlich brillanten Wein, dem Zeit gut tut und wenn man die nicht hat, zumindest Luft in der Karaffe.