Bioweine und im besonderen biodynamische und Naturweine zeichnen sich dadurch aus, dass sie Verzicht üben. Im Weingarten wie im Weinkeller. Die Versuchung einzugreifen mag bisweilen durchaus vorhanden sein, ist doch das Arsenal an Manipulationsmöglichkeiten und Zusatzstoffen gewaltig – und es wird nicht kleiner. 
Die sukzessive hier erscheinenden Artikel und Dokumente beschäftigen sich mit önologischen Verfahren und Additiva, die im Wein(bau) prinzipiell erlaubt sind. Die wesentlichen Gründe, warum sie hier angeführt sind, haben vor allem damit zu tun, dass es auch darum geht aufzuzeigen, warum Winzer keine Lust haben, weiter konventionell Wein zu machen. Und warum Naturwein letztlich wesentlich authentischer ist, als industriell oder eben auch konventionell produzierter Wein. Und auch komplexer: in der Herstellung wie im Glas. 
Zum anderen geht es aver auch darum, ein wenig Transparenz und Licht ins Dunkel der potenziellen Einflussoptionen der Weinbauern (und vor allem der Weinindustrie) zu bringen und bisweilen auch die Chemikalien zu hinterfragen, die sich völlig rechtens (vom Gesetzgeber legitimiert) in unseren Weinen befinden dürfen. 
Zudem ist es auch so, dass sich nach zahllosen Besuchen bei Winzern gelegentlich das ungute Gefühl eingestellt hat, dass einem ein paar Märchen zuviel erzählt wurden. Wenn Reinzuchthefen immer neutral sind, Eichenholzchips bestenfalls in Australien und Südafrika verwendet werden und sich Tannine einzig in den Traubenschalen befinden, dann stellt sich einem irgendwann die Frage, warum ein Verzeichnis österreichischer Weinbehandlungsmittel 205 künstliche Tannine und 417 verschiedene Trockenhefemittel anbietet (die werden ja nicht alle neutral sein, oder). Welche Ergebnisse übrigens Incanto Dark Chocolate Barrel Boost und Incanto Special Fruit Eichenholzchips zeitigen, braucht man nicht lange erklären – was ich übrigens absolut begrüßenswert finde, wird doch hier wenigstens mit offenen Karten gespielt. Am ärgerlichsten ist es nämlich nicht, dass das Zeug verwendet wird – immerhin ist es legal – sondern, dass einem permanent weißgemacht wird, dass man es bei den Weinen nahezu jedes europäischen Winzers mit der authentischen Repräsentation irgendeines Terroirs zu tun hat. Um in Australien und Südafrika zu bleiben – schaut man auf die Webseiten der dortigen Winzer, werden mit großem Selbstverständnis die diversen Manipulation gelistet, seien es nun diverse Hefen, Hefenährstoffe, Enzyme, Filtertypen usw. und man hat auch kein Problem damit, die exakten Sulfitwerte zu listen. Man muss die Art von Weine ja nicht mögen aber es ist immerhin nachvollziehbar und transparent.
Ehrlicher ist es freilich naturbelassene Weine zu machen aber darüber findet sich ohnehin genug auf den übrigen Seiten.