Sébastien Riffault
Route de Sancerre, 18300 Sury-en-Vaux
Telephone: +33 (0) 2 48 79 32 57
Fax: +33 (0) 2 48 79 39 01
email: ?
Jahresproduktion:
Rebsorten: Sauvignon Blanc
Rebfläche: 12 Hektar
Manuelle Lese: ja
Dünger:
Pflanzenschutz: Kupfer und Schwefel
Bio-Biodynamisch zertifiziert: ja
Direktverkauf: ja
Wohnmöglichkeit: nein
BEZUGSQUELLEN

12 Hektar umfasst das Weingut der Riffaults nahe Sancerre, die seit Generationen Wein anbauen und deren Erbe Sébastien gerade weiterführt. Das klingt im Prinzip nicht sonderlich groß, doch verändert sich die Perspektive schlagartig wenn man bedenkt, dass er alles mit einem Pferd (Ophélie) bewirtschaftet. Was vielen als eigenwilliger Spleen erscheinen mag, ist für Sébastien nur ein Puzzleteil eines konsequent durchgezogenes biodynamischen Konzepts. Dabei verkörpert Ophélie zwei wesentliche Gedanken. Der eine ist der ökologische, verbunden mit einer gewissen Autonomie (keine Abhängigkeit von Faktoren wie Traktoren, Benzin etc.), der zweite ist ganz pragmatisch der Wunsch, keinen verdichteten Boden zu haben, was weiterführend den Wurzeln mehr Luft, mehr Raum und mehr Möglichkeiten gibt sich auszubreiten und den Mikrokosmos der Erdoberfläche nicht beeinträchtigt.

So weit ein erster Teil im großen Riffaultschen Puzzle. Andere kann man einfach mal in Listenform dazusetzen: seit 2004 biodynamisch zertifiziert, deshalb keine chemischen Substanzen im Weingarten (Kupfer und Schwefel in Minimalmengen), dafür diverse speziell in der Umgebung wachsende Pflanzen: Baldrian beruhigt z.B. laut Sébastien nicht nur Menschen sondern auch Rebstöcke (nach Hagel), Schachtelhalm forciert die Photosynthese, Korbweide im Verbund mit Nesseln stärkt das Immunsystem der Pflanze usw., dazu kommen späte Lesen niedriger Erträge. Jede Arbeit im Weingarten erfolgt manuell und im Grunde ändert sich daran im Keller nichts, abgesehen davon, dass man noch weniger einzugreifen versucht. Also wird naheliegenderweise spontan vergoren, Malolaktik passiert eigentlich immer, es wird nicht geklärt, geschönt und nur selten und wenn minimal geschwefelt. Der wesentliche Eingriff sind die Entscheidung die Weine einige Zeit auf der Maische zu belassen und die Wahl des Gebindes und das sind in seinem Fall alte Holzfässer.

Bleiben die Weine, die Lagen, das Terroir und was letzteres betrifft hat Riffault seine eigene und nicht ganz unberechtigten Ideen – die sich nicht so sehr von der Steirern um „Schmecke das Leben“ unterscheiden. Denn so wie Muster & Co. Früher so ihre Probleme mit der Zuerkennung von Prüfnummern hatten, kämpfen Riffault & Co (seine Kollegen von „les vins naturel“) darum, überhaupt vom AOP anerkannt zu werden. Und das obwohl sie durch ihren Nichtinterventionismus das Terroir eigentlich so perfekt wie möglich widerspiegeln. Doch auch im Sancerre kommt man mit der Eigentümlichkeit unbehandelter Weine nur schwer zurecht und will nicht so recht wahr haben, dass Sauvignon Blanc von der Loire auch anders schmecken kann.

Die beiden Weingärten, die Sébastien von seinem Vater Etienne 2004 bekam und sofort biodynamisch umstellte, sind auch heute noch seine beiden bekanntesten: Skeveldra und Akméniné (die Eigenart der Namen beruht darauf, dass sie als Hommage an Sébastiens Frau ins Litauische übersetzt sind.) Der Sauvignon steht hauptsächlich in bis zu 35% steilen Südlagen auf Kalk und Silexböden, unter denen sich wiederum Kimmeridge- und Portland-Kreide befindet. Die Stöcke sind bis zu 50 Jahre alt.

WEINE

Sancerre Les Quarterons: 2009 → Tasted

Sancerre Akmenine: