Domaine Labet
Montée des Tilleuls, 14, Rotalier
Tel: +3900384251113
domainelabet@wanadoo.fr
Jahresproduktion: 50000 Flaschen
Rebsorten: Chardonnay, Savagnin, Poulsard, Trousseau
Rebfläche: 12 Hektar
Rebstockalter: viele alte über 50 Jahre alte Rebstöcke
Manuelle Lese: ja
Dünger: ja, organisch
Pflanzenschutz: Kupfer und Schwefel
Biologisch zertifiziert: ja (Ecocert)
Direktverkauf: ja
Wohnmöglichkeit: nein
BEZUGSQUELLEN

Mit Julien Labet kam ich das erste Mal anlässlich der Naturweinverkostung in der Villa Favorita in Kontakt und wer die Weine der Labets einmal probiert hat, begibt sich auf sofortige Recherche nach mehr: Information und Wein. Homepage gibt es zwar keine, doch das was Julien erzählte und was man zudem noch so lesen und finden kann, ergeben Folgendes: das Weingut der Labets befindet sich im Jura, genauer in Rotalier, in einer des Jura, in dem man sich tendenziell mehr mit Chardonnay als mit Savagnin beschäftigt. Das spiegelte sich auch bei der Verkostung wider (da gab es neben phänomenalen Cremants, Vin de paille und Vin Jaune, vor allem drei Chardonnays, dem ein Savagnin entgegenstand) doch waren die mitgebrachten Weine zwar repräsentativ für das Sortiment der Labets doch letztlich nur ein Bruchteil davon. Auch wenn Julien, Charlene seine Schwester und Romain, sein Bruder nur 12 Hektar bewirtschaften, stehen dort Rebstöcke für insgesamt dreißig Weine – vor allem übrigens auf Mergel; der Anschnitt ist kurz, sodass von vornherein eine natürliche Reduktion der Erträge (20-40 hl/ha) erzielt wird, die Rebstöcke sind zu einem guten Drittel sehr alt (über 65 Jahre), der Rest ist zumeist auch nicht jung.

Biologisch arbeitete schon der Vater, Alain, in den beginnenden 70er Jahren, ehe er den Avancen der Industrie nachgab und anfing mit Pestiziden zu werken. Der Clash of opinions folgte dann in den Spätneunzigern, als Julien von seinen Praktika im Burgund (Domaine Ramonet) und Südafrika (Hamilton Russell) heimkehrte. Julien siegte gegen seinen Vater bei der Umstellung auf Bio (2010) zertifiziert und verlor der Umstellung auf neue Holzfässer – die Weine werden in Fässern zwischen 300 und 1500 Litern abgefüllt. Bei anderen Ideen war man einer Meinung; letztlich auch darin zwei unterschiedliche Weißweinlinien zu fahren und weiter eine Vielzahl an Einzellagen separat zu vinifizieren. Zum einen setzte man auf eine radikale, extrem konsequente Naturweinschiene, auf der weder Platz für SO₂ noch für Filterung, Schönung etc. war. Gepumpt wird auch nicht mehr, man setzt auf die Schwerkraft und so fällt der Wein von Fass zu Fass. Auch bei der etwas konventionelleren Linie wird in der Praxis sehr natürlich gearbeitet. Es wird mit wilden Hefen vergoren, doch wird die Temperatur etwas niedriger gehalten und eben auch dezent geschwefelt – neben Chardonnay und Savagnin übrigens auch Pinot Noir, Trousseau und Poulsard. In einem kurzen stilistischen Fazit kann man generell festhalten, dass die Weine eine extrem salzig, saftig und elegante Grundtextur haben, die Kühle des Juras in jeder Sekunde manifestieren und Klasse für Jahre und Jahrzehnte haben.

Wie es sich für einen klassischen Winzer des Jura gehört, machen die Labets auch Vin Jaune, die oxidativen Meisterwerke, die für geraume Zeit unter einer Schicht aus Florhefe reifen und kräftige, nussige Noten in den Wein abgeben. Lohnt sich allemal wie eben auch die Cremants, die nach klassischer Methode traditionelle hergestellt sind.

 

WEINE

Auswahl (Julien Labet hat eine unüberschubare Zahl an unterschiedlichen Weinen)

Chardonnay Cuvée Fleurs

Fleur de Savagnin

Chardonnay Cuvée du Hasard

Chardonnay Crémant

Trousseau

Savagnin Grains Fauves (süß)

La Paille Perdue