Cold Facts

Dichtung: Honig, tiefe gelbe Frucht, Blütennoten, steinig, alles sehr einladend, kühle Struktur am Gaumen, dicht und stoffig, relativ weiche Säure für einen Sancerre, salzig, kompakt und lang, sehr lang.

Wahrheit: Sebastien Riffault revolutioniert gerade mit einer Handvoll Gleichgesinnter das degenerierte Geschmacksprofil des Sancerre. Degeneriert auch deswegen, weil die durch ihn erschlossenen Geschmackswelten keineswegs neu sind. Warum auch. Wein wurde auch früher aus Trauben gemacht (in dem Fall Sauvignon) und Sebastien erzählt, dass die Alten des Landstrichs ihm oft erzählen, dass sie ihre Vergangenheit in seinen Weinen wiedererkennen. Er verwendet halt das ganze, den zeitgenössischen Sancerrewinzern bereitstehende, Arsenal an potenziellen Interventionen nicht und liest zudem einen guten Monat später und reifer. Im Keller gibt es also keine Reinzuchthefen, keine Stahltanks, keine Enzyme, keine Schönungen, keine Filter und nur minimalen Einsatz von SO₂ vor dem Füllen.