Kloster am Spitz – Thomas Schwarz

 

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Waldsiedlung 2, A-7083 Purbach
Telefon Weingut: +43 (0) 676 960 88 75
Fax: +43 (0)2683 55 19 23
Email: weingut@klosteramspitz.at
www.klosteramspitz.at

Rebsorten: Chardonnay, Grüner Veltliner, Weißburgunder, Grauburgunder, Sauvignon Blanc; Blaufränkisch, St.Laurent, Pinot Noir, Syrah, Cabernet S. und F., Merlot, Zweigelt
Rebfläche:
14 Hektar
Manuelle Lese: ja
Dünger:
ja
Pflanzenschutz:
(Kupfer) und Schwefel
Biologisch: 
ja
Direktverkauf:
ja
Wohnmöglichkeit:
ja

Würde Purbach in der Nähe von Beaune liegen, müssten sich die Burgunder nicht schämen. Die leithabergischen Kalkschichten sind mindestens genauso dick wie diejenigen diverser Grand Crus und die Pinots und Chardonnays haben da wie dort Tiefe, Struktur, Kompaktheit, Vitalität, Reifepotenzial und noch ein paar Dinge mehr. Das Burgund könnte freilich auf die Tradition pochen, Thomas Schwarz, und damit sind wir beim Kern der Geschichte angelangt, könnte mit Blaufränkisch kontern. Und mit Urgestein. Das löst nämlich hoch oben am Leithagebirge, dort wo das einstige Urmeer seine Ufer hatte, den Kalk ab.

Auf Tradition kann Thomas Schwarz übrigens ebenfalls verweisen. Die Spuren des Klosters am Spitz, seinem Weingut, gehen vier Generationen zurück und auch wenn sich auch diesen Zeiten leider keine Rebstöcke mehr in den Weingärten befinden, arbeitet er darauf hin, dass man in der 8. Generation eventuell noch Blaufränkisch, Pinot oder Chardonnay aus der 4. Generation vinifizieren kann. Das möchte er vor allem durch Verzicht schaffen und dadurch, dass er „im Untertreiben übertreibt“. Ganz simpel gesagt bedeutet das, dass er seinen biologischen Herangehensweise bis zur letzten Konsequenz durchzieht, was beizeiten bedeuten kann, dass er nicht mal Kupfer im Weingarten ausbringt – das allerdings ist jahrgangsabhängig, wobei eben 2013 ein solches, nämlich kupferfreies, Jahr war. Ansonsten setzt er auf begrünte, lebendige Böden, fördert die Biodiversität zwischen den Rebzeilen, weiß um die positive Wirkung diverser Pflanzen und Insekten und lotet derart die Möglichkeiten aus, die Rebstöcke widerstandsfähiger und ihn überflüssiger zu machen.

Was man natürlich erst dann tun kann, wenn man sein Umfeld genauestens kennt. Thomas ist seit 1991 im Betrieb und in 22 Jahren hat er seine Terroirs, seine Böden, seine Mikroklimata und Expositionen im Detail erkundet und mit jedem Rebstock Bekanntschaft geschlossen. Und neue dazugesetzt: dabei zeichneten sich zwei Tendenzen ab. Zum einen neigt er in den letzten Jahren vornehmend zu weißen Sorten, wobei neben Chardonnay auch Weißburgunderund, ganz großartig, weil viel zu selten und doch so gut, Grauburgunder im Kalk wurzeln. Trend Nr.2 führt ihn wieder zurück zu autochthonen Sorten, zu Blaufränkisch sowieso aber eben auch zu St. Laurent, dem die Kühle und der Kalk ebenfalls guttun sollten. Ein dritter Trend forciert seit einiger Zeit die zunehmende Vinifizierung einzelner Parzellen, wobei gerade seine Interpretationen alter Blaufränkisch-Stöcke von der Eisner (1958 gepflanzt) oder derRohrwolf (1963 gepflanzt), völlig berechtigten Kultstatus genießen – womit wir eigentlich wieder im Burgund wären und doch nur im Burgenland sind: Eleganz, Tiefgründigkeit und Mineralität ziehen sich aber nicht nur durch die beiden erwähnten Blaufränker.

Sein Muschelkalk (WB, CH, GB) ist auf einem ähnlichen sensorischen Gerüst gebaut und die beiden Pinots schlagen ebenfalls in dieselbe Kerbe. Das hat freilich nicht nur mit den Lagen, sondern vor allem auch mit den Intentionen im Keller zu tun. Dort werden die Weine konsequent spontan vergoren (bei Raumtemperatur) und fast durchwegs in großen Holzfässern auf der Feinhefe ausgebaut. Weißweine werden klassisch (ohne längere Maischestandzeiten) vinifiziert, Rotweine dagegen mazeriert er auch mal 60 Tage (was erstaunlicherweise eher zu feineren Gerbstoffstrukturen führt). Gefiltert wird grob. Interessant ist unter anderem zudem die Tatsache, dass Thomas Schwarz auch den Trub (das Geläger) vergärt, um ihn dann partiell wieder in den Wein zurückzuführen. Das eröffnet eine weitere strukturelle Komponente und gibt den, ohnehin schon komplexen Weine des Klosters am Spitz noch einen zusätzlichen Kick.

Weine

Muschelkalk
Sauvignon Blanc
Spitzmühle
Antonius
Blaufränkisch
Eisner
Leithaberg Rot
Megalith
Nepomuk
Pinot Noir
Pinot Noir Reserve
Rohrwolf
Zweigelt
Rosé
Rosé brut
Roter Muskateller
Vindemia