Weingut Köllan – Georg Schmelzer
 

Schmelzer 4

Georg Schmelzer
Heideweg 3
7122 Gols
Tel: +43 699 17705166
wein@schmelzer.at
www.schmelzer.at

 

Zu Besuch bei Georg Schmelzer

Rebsorten: Grüner Veltliner, Frühroter Veltliner, Welschriesling, Weißburgunder; Zweigelt, Cabernet S., Rösler
Rebfläche: 15 Hektar

Manuelle Lese: ja
Dünger: ja
Pflanzenschutz: Kupfer und Schwefel
Bewirtschaftung: biodynamisch (Demeter)
Direktverkauf: ja
Wohnmöglichkeit: nein

Georg Schmelzer ist ein Mann des Vergleichs, der Experimente und der Empirie. Lehrmeinungen hinterfragt er grundsätzlich, der Zeitgeist ist ihm egal. Beispiele dafür ziehen sich fast durch sein ganzes Winzerleben. Eine Ausnahme bildeten die Anfänge, als er als 17-Jähriger das Weingut an der Golser Ortsgrenze übernahm und erstmal versuchte, dem Hof wirtschaftlich eine solide Basis zu geben.

Anfänge lassen keinen Raum für Experimente – bilden aber oft Fundamente für künftige Projekte, denen er sich schon bald widmen sollte. 1987 war er einer der ersten, der sich ein paar Barriquefässer in den Keller legte und Cabernet Sauvignon auspflanzte – anders als die meisten Golser Winzer erwärmte er sich nie wirklich für die Filigranität und Subtilität, die synonym für das Burgund und Pinot Noir stehen. Georg Schmelzer ist ein Mann des Bordeaux, Cabernet Sauvignon ist seine Sorte, auch wenn er weiß, dass es alljährlich ein Pokerspiel ist, sie reif in die Flasche zu kriegen. Mehr als 3000 Kilo pro Hektar liest er davon selbst in den besten Jahren nicht. Die Affinitität für expressive Weine (die allerdings, das sei schon mal erwähnt, nie üppig oder ausladend ausfallen) mag auch ein Grund dafür gewesen sein, warum er einige Jahre später einen Teil seiner Parzellen mit Rösler (eine interspezifische Kreuzung aus Zweigelt x Klosterneuburger 1189-9-77) bestockte. Intensiv und dunkel, mit Gerbstoff² hat er durchaus stilistische Ähnlichkeiten mit Cabernet und eignet sich auch bestens für langjährigen Barriqueausbau. Parallel dazu kümmerte er sich um seine Zweigelt-Weingärten – bis heute seine wichtigste rote Sorte – und pflegt auch hier eine Meinung, die sich bestens für eine Diskussionsrunde mit Kollegen eigenen würde. Seiner Ansicht nach intensivieren Weine ihre Komplexität, wenn sie nicht von einer einzelnen Lage, sondern aus einer Vielzahl unterschiedlicher Weingärten stammen. Dazu passt auch die Feststellung, dass seine besten Weine generell in der Ebene wurzeln und nicht in den Hängen der Golser Geländekuppe. Das Bordeaux lässt grüßen.

Georg Schmelzers Welt ist allerdings nicht nur rot. 55% seiner Weine sind weiß und Georg wäre nicht Schmelzer würde er nicht auch hier seit Jahren und Jahrzehnten eigene Wege gehen – so lässt er seine Weine seit gut 25 Jahren für knapp einen Tag auf der Maische und keltert deshalb seit langem Weine mit einer feinen aber strukturgebenden Gerbstoffbasis.

Seit 2007 übrigens biodynamisch (Demeterzertifiziert seit 2011). 15 Hektar pflegt er mit biodynamischen Tees und selbsthergestellten Hornkiesel (501)- und Hornmistpräparaten (500).

Spannend und innovativ geht es auch im Verkostungsraum weiter. Klammert man Grünen Veltliner, Welschriesling, Rosé und Zweigelt aus, die das ökonomische Gleichgewicht des Weinguts sichern, trifft man fortwährend auf Experimente und Vergleiche. Weißburgunder gibt es beispielsweise schwefelfrei und leicht geschwefelt, filtriert und unfiltriert, mit langen und sehr langen Hefestandzeiten. Der Frührote Veltliner, ohnehin schon eine eigenwillige Ausnahmeerscheinung am Neusiedlersee wird auf der Maische vergoren und hat trotz kaum glaublicher 9,3% Alkohol durchaus Substanz. Vom Rösler wiederum gibt es eine schwefelfrei Version (2012), die sich locker mit der noch geschwefelten Variante aus dem Jahr 2009 messen kann.  

Georg Schmelzers Weine reifen grundsätzlich lang (meist 2 Jahre in diversen Holzfässern). Für jemanden, der so tief in der Welt der Vergleiche steckt wie er, ist es allerdings nur naheliegend auch über einen beeindruckenden Fundus an gereiften Weinen zu verfügen. Bis in die späten neunziger Jahre liegen Weine im Keller und die sind glücklicherweise nicht nur dort um bestaunt zu werden.

WEINE (Auswahl)

Grüner Veltliner
Welschriesling
Weißburgunder
Schlicht und Ergreifend (Frühroter Veltliner)
Zauber des Verzichts (Weißburgunder)
Zauber des Verzichts (Rösler)
Zweigelt
Rösler
Heideboden
Cabernet Sauvignon