Weingut Rosi Schuster

schuster 1
Mit freundlicher Genehmigung von Hannes Schuster © Fotos: Steve Haider

7062 St. Margarethen
Prangergasse 2
Tel. 02680/26 24
weingut@rosischuster.at
www.rosischuster.at

Zu Besuch bei Hannes Schuster

Rebsorten: Blaufränkisch, Sankt Laurent
Rebfläche: 9 Hektar
Manuelle Lese: ja
Dünger: ja
Pflanzenschutz: Kupfer und Schwefel
Bewirtschaftung: biologisch-organisch (zertifiziert)
Direktverkauf: ja
Wohnmöglichkeit: nein

Hannes Schuster kommt (mit einer Handvoll anderer Winzer) das Verdienst zu, Sankt Laurent, die Bühne zu geben, die er verdient und ihn zudem qualitativ auszuloten. Das setzt erstmal ein profundes Verständnis für die Rebsorte und seine natürlichen Dispositionen voraus. Sankt Laurent ist sensibel, im Weingarten und am Gaumen und für viele Winzer und Konsumenten, die gerade in den letzten beiden Jahrzehnten auf Opulenz und Alkohol getrimmt waren, muss die Sorte irritierend wirken. Dass Substanz nicht immer an hohe Alkoholgradationen gekoppelt sein muss, beweisen seine Interpretationen.

Der Fokus auf Sankt Laurent und als zweiter Sorte Blaufränkisch wurde speziell in den letzten Jahren forciert, genauer ab dem Jahr 2005 als Hannes das Weingut übernahm. Verbunden damit war eine zwar dezidierte aber lange nicht deklarierte Hinwendung zum biologischen Weinbau. Zertifiziert ist Hannes in der Zwischenzeit, obwohl sich am Etikett kein einziger Verweis darauf findet. Den Reben auf seinen 10 Hektar ein biodiverses Umfeld zu schaffen, hat dabei oberste Priorität. Der extreme Aufwand hat neben qualitativen Aspekten vor allem das Ziel, seinen bisweilen sehr alten Stöcken die Möglichkeit zu geben noch älter zu werden, und seinen jungen Stöcken ein langes Leben zu gewähren.

Seine Rieden ziehen sich von Donnerskirchen (Schiefer, kühl, karg, ideal für BF) St. Margarethen (warme Tage/kalte Nächte, diverse Bodenstrukturen, Zagersdorf (Lehm, Sand, Kalk & hohe Tonanteile) bis in die Rusterberge (Schiefer, Sand, Kalk – BF-Territorium).

Die Idee neben der Rebsorte die Herkunft zu betonen, kann man zunehmend in der Sensorik seiner Weine schmecken. Paradigmatisch steht dafür sein ZAGERSDORF. 1961 gepflanzte Sankt Laurent Stöcke, die in Kalk, Lehm und Sand wurzeln, bilden das Fundament, eine unterirdische Ader sorgt für ausreichend Wasser. Die Trauben sind locker, die Beeren klein, die Vinifikation ist puristisch (spontan, Holz, ungefiltert, ungeschönt, wenig SO₂).

Der ZAGERSDORF schmeckt nach Kräutern und Kirschen, eingebettet in eine dichte, lebendige und saftige Textur.  Wobei die Verkostungsnotiz im doppelten Sinne eine Momentaufnahme ist. Zum einen weil sich der Wein weiter entwickeln wird, zum anderen weil auch Hannes Schuster stets auf der Suche nach den entscheidenden Mosaiksteinen ist, die das Bild vom Terroir so ideal wie möglich wiedergeben.

Nicht nur das Zagersdorfer sondern auch das der Rusterberge, in denen ein Blaufränkisch wurzelt, der auf ähnlich alten Rebstöcken basiert, und voller Zug und Spannung, Druck und Saftigkeit Hannes Schusters Intentionen ein weiteres Mal offenlegt.