Weingut Jurtschitsch

A-3550 Langenlois, Rudolfstraße 39
tel. +43(0)2734/2116
http://www.jurtschitsch.com
info@jurtschitsch.com

Rebsorten: Grüner Veltliner, Riesling, Sauvignon Blanc, Chardonnay, Gelber Muskateller, Zweigelt, Pinot Noir
Rebfläche: 62 ha
Manuelle Lese: ja
Dünger: Kompost, biodynamische Präparate
Pflanzenschutz: Kupfer und Schwefel
Biologisch zertifiziert: ja
Direktverkauf: ja
Wohnmöglichkeit: nein

Alwin und Stefanie Jurtschitsch haben Großes vor und seit der Übernahme von Alwins Vater und Onkeln hat sich am Weingut in Langenlois einiges getan. Zuerst war da die Umstellung auf Bio, ein Unterfangen, das mit 70 ha anders zu bewerkstelligen ist als mit fünf (die beiden möchten übrigens schrumpfen – im Moment sind es auch nur noch 62 ha). Daneben galt es einige Dogmen und Weine über Bord zu werfen und sich gleichzeitig auch neu zu positionieren.

Ein prägendes Ereignis fand dabei schon 2005 statt, als die beiden Geisenheimabsolventen mit dem VW-Bus durch Südfrankreich gondelten und letztlich in Calce, im Roussillon landeten und dort bei der Domaine Matassa und der Domaine Gauby eine nicht unbedingt Geisenheim-adäquate Weinkultur kennenlernten. Das Ausland prägte ohnehin. Erste biodynamische Berührungen gab es in der Pampa Australiens, später folgte ein Trip nach Ecuador – nicht unbedingt berühmt für Wein, doch über den Umweg der Landwirtschaft, lässt sich eben auch einiges dazulernen.

Listet man die Intentionen von Alwin und Stefanie in ein paar Punkten auf, liest sich das ungefähr so: man muss Experimenten stets Platz einräumen (sie haben selbst ein 2ha großen Versuchsweingarten, eine traktorfreie Zone, in der nur manuell gearbeitet wird und auch Anleihen aus der Biodynamik verwendet werden), wobei es stets um Optimierung geht und keineswegs um Radikalisierung. Dabei versucht man beispielsweise die Monokultur Wein durch gezielte Bepflanzung (auch von Bäumen) zu brechen und arbeitet mit tonnenweise Humus („1 Million Kilo Kuhscheiße im Jahr“), räumt also Flora und Fauna entsprechend Platz ein. Ziel ist es zudem langfristig auf Bewässerung zu verzichten und die Pflanze so autonom wie möglich zu machen.

Daneben spielt auch das Thema Nachhaltigkeit eine wesentliche Rolle, das für Alwin nicht nur eine ökologische, vielmehr auch eine soziale Komponente hat. Er trägt Verantwortung für ein paar Dutzend Mitarbeiter – das Weingut muss also auch über die Runden gebracht werden – und insofern ist jeder innovative Schritt auch einer, der wirtschaftlich hinterfragt werden muss.

Die Nachhaltigkeit (in dem Fall die ökologische) setzt sich dann auch im Keller fort – es bringt ja auch nicht viel, im Weingarten biologisch-organisch zu arbeiten, um dann hinter der Kellertür die Beipackzettel diverser Zusatzstoffe zu studieren.

Die Einzellagen werden komplett spontan vergoren. Die Individualität der Weine, so Stefanie (verantwortlich für den Keller), wird durch die Gärung wesentlich beeinflusst, weshalb hier zwar stets beobachtet aber eben möglichst nicht eingegriffen wird. Der Rest unterliegt dann stets der Frage „mit wie wenig man eigentlich durchkommen kann?“

Diese Individualität wird dann zusätzlich durch Kellerexperimente verstärkt. Da stehen zum Beispiel zwei Amphoren herum (in einem mit Erde aufgeschütteten Gestell), es gibt ein Projekt mit ungeschwefeltem Riesling (ansonsten findet eine einmalige Schwefelung vor der Abfüllung statt) und man testet sich durch Maischegärungen. Ziel ist es letztlich den unendlichen Weiten, die Wein offeriert, ein Stück näherzukommen. Und das mit dem stets präsenten Bewusstsein, dass es sich bei Wein um lebendige Materie handelt.

Weine

Grüner Veltliner Löss
Grüner Veltliner Stein
Grüner Veltliner Dechant
Grüner Veltliner Loiserberg
Grüner Veltliner Schenkenbichl
Grüner Veltliner Lamm
Grüner Veltliner Käferberg
Pot des Fleur
Amour Fou
Riesling Platin
Riesling Loiserberg
Riesling Heiligenstein
Riesling Heiligenstein Reserve
Riesling Quelle
Methode Jurtschitsch Brut Nature
Methode Jurtschitsch Brut
Pinot Noir
Zweigelt Tanzer