Herrenhof Lamprecht

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Gottfried Lamprecht
Pöllau 43
8311 Markt Hartmannsdorf
fon/fax: +43 (0) 3114 2693
mobil: +43 (0) 699 17149689
email: office@herrenhof.net
homepage: www.herrenhof.net

Rebsorten: Weißburgunder, Sauvignon Blanc, Furmint, Pinot Noir, St. Laurent, Blaufränkisch, Blauer Wildbacher
Rebfläche:
Manuelle Lese: ja
Dünger: ja
Pflanzenschutz: Kupfer und Schwefel
Biologisch ja
Direktverkauf:ja
Wohnmöglichkeit: nein

Gottfried Lamprecht ist im wahrsten Sinne des Wortes ein eigenständiger Winzer. Schon seine Verortung ist ungewöhnlich. Seine Weingärten finden sich nicht unten an der slowenischen Grenze, im Herzstück des steirischen Weinbaus,  sondern weiter oben im Norden, im steirischen Vulkanland – was nicht heißen soll, dass Weinbau dort nicht das gleiche traditionelle Fundament hat wie unten im Süden – es ist nur etwas bröckeliger und weniger bekannt: der Blick zurück war dann auch Initial für Gottfrieds Hinwendung zum Weinbau und erklärt auch gleich seine Affinität für gemischte Sätze, autochthone Rebsorten und ihre Wiederbelebung. Als einziger Steirischer Winzer hat er in seinen Weingärten seit kurzem wieder Furmint-Stöcke gepflanzt, was Sinn macht, weil Furmint, zum einen in die Gegend gehört und zum anderen, vorausgesetzt er ist ordentlich gekeltert, richtig gut schmeckt.

Geographische Besonderheiten sind naturgegeben, Weinbaukonzepte freilich sind Gedankenkonstrukte. Und von denen gibt es in Gottfried Lamprechts Kopf einige über die es sich auch zu schreiben lohnt (er tut das übrigens auch selbst in einem absolut lesenswerten Winzerblog). So hat er in einem 10 Punkte Programm, der sogenannten Herrenhof Charta seine Ideen eines Qualitätskonzepts manifestiert. Da es derartige Verfassungen (und Selbstbeschränkungen) ansonsten fast nur in den elitären Zirkeln politischer Welten gibt, sei sie hier zur Gänze abgedruckt:

1. die Trauben der Weine stammen nur vom Buchertberg (absolute Herkunftsgarantie)
2. Pflanzenschutz und Bodenpflege im Sinne der zertifizierten logischen Produktion
3. Ertragsreduktion auf max. 45hl/ha
4. die Eigenschaft der Lage, des Jahrganges MUSS sich im Wein wiederfinden
5. Vergärung mittels der Naturhefen aus dem Weingarten, Abfüllung der ersten Weine frühestens im April des darauffolgenden Jahres, Verkaufsstart: 1. Mai. (Hefenährsalz nur wenn der Wein stockt)
6. kein Einsatz von Aromen und Zusatzstoffen, Sulfit nur in geringen Mengen, keine Verwendung von Konzentrierungs- und Fraktionierungsmaschinen
7. Besinnung auf traditionelle Weinbereitungsmethoden (back to the roots): wie langer Hefekontakt und wenn möglich unfiltrierte Abfüllung.
8. Erhaltung der Fruchtbarkeit des Bodens und Förderung des Bodenlebens
9. Förderung der Vielfalt im Weingarten (Tiere und Pflanzen)

10. 100%ige Gentechnik Freiheit

Schon unterschrieben. Doch weil eine Charta nicht alles sein kann, hat Gottfried auch noch den Begriff des Freestyle Wine-Growing kreiert. FWG bedeutet biologisch zu arbeitender Rest steht ihm frei! Das mag verwirrend klingen, ist es aber nicht. Gottfried Lamprecht hat keine Lust im biodynamischen Zug mitzufahren, da ihm die Lokführer zu esoterisch sind – was allerdings nicht heißt, dass man sich nicht ein paar biodynamischen Methoden ausborgen kann, wenn sie einem sinnvoll erscheinen. Gottfried Lamprecht ist in kurzen Worten ein Richtlinienverweigerer, sofern sie nicht von ihm selbst stammen. Fair enough. Und die Weine?

Die gilt es zu probieren.

Weine

Weisser Burgunder 2012

Sauvignon Blanc

Buchertberg Weiß

Buchertberg Rot

Pinot Noir