WEINGUT KARL SCHNABEL

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Maierhof 34
A-8443 Gleinstätten
Tel:+43 (0) 3457/3643
Mobil +43 (0) 676/6961508
Mobil +43 (0) 676/6966724
E-Mail: weingut@karl-schnabel.at
www.karl-schnabel.at

Rebsorten: Riesling, Morillon; Zweigelt, Blaufränkisch, Pinot Noir
Rebfläche: 5 Hektar
Manuelle Lese: ja
Dünger: nein
Pflanzenschutz: Pflanzenauszüge, biologisch-dynamische Präparate, Kupfer, Schwefel
Biodynamisch: ja
Direktverkauf: ja
Wohnmöglichkeit: nein

Karl Schnabel pflegt den wohl radikalsten natürlichen Ansatz innerhalb der österreichischen Winzerwelt (sofern man rigoros natürliche Bewirtschaftung als radikal bezeichnet und nicht umgekehrt, die industrielle, auf chemische, synthetische und physikalische Manipulationen aufbauende Herstellung von Wein als radikalen Einschnitt in das natürliche System begreifen will – doch davon an anderer Stelle). Seit er 1998 – nach einem Studium der Agrarökonomie an der BOKU Wien – beschlossen hat, mit seiner Frau Eva in den Sausal zurückzukehren und dort einen alternativen Ansatz zum gängigen Weinbau zu praktizieren, arbeitet er biodynamisch – und zwar mit all seinen Konsequenzen, die letztlich auf einen in sich geschlossenen Kreislauf hinauslaufen, der nicht nur das Ausbringen diverser selbsterzeugter Pflanzenauszüge beinhaltet, sondern auch das Halten einer kleinen Rinderherde und eine Wirtschaftsweise, die der Monokultur des klassischen Weingartens den Kampf ansagt. Karls Weingärten sind Biotope, die ein natürliches Gleichgewicht zwischen allen darin lebenden und wachsenden Parteien (Basisdemokratie!) anstrebt.

Fünf Hektar bewirtschaften die fünf Schnabels (3 Söhne) und wie sie das tun, kann man auf eine der lesenswertesten und informativsten, vor allem aber transparentesten Homepages der österreichischen Winzerszene nachlesen(www.karl-schnabel.at). Kurz zusammengefasst liest sich das so: die natürliche Umgebung bildet der Sausal, ein Hügelland in der Süsteiermark, das geologisch insofern einen Sonderfall darstellt, da es nicht auf Kalk sondern auf Schiefergebaut ist. Karls Ansatz die Nodien der Unterlagsreben zu entfernen, treibt die Wurzeln durch den Schiefer in die Tiefe, wo sie sich ausreichend Wasser und Nährstoffe holen, um die Reben dauerhaft auch in trockenen Jahren zu versorgen. Der Rebschnitt ist kurz und reguliert damit von vornherein die Ertragsmenge, die zwischen 3000 Kilo (Pinot) und 5000 Kilo (Zweigelt) liegt. Sämtliche Arbeiten im Weingarten erfolgen manuell, gemäht wird mit der Sense, Kompostpräparate zur Bodenbelebung und Hornkiesel zur Verstärkung der Photosynthese und zur Eindämmung des Infektionsdruckes durch Pilzkrankheiten wird ausgebracht – und das alles ohne Traktor, da der nur den Bodenverdichtet. Um die ökologische Vielfalt zu erhalten bzw. zu forcieren, hat Karl an den Rändern der Weingärten Steinmauern gebaut, die wiederum ideale Habitate für Reptilien darstellen. Kurz: der natürliche Kreislauf wird erhalten, der Mensch passt sich ein und an.

Wer so durchdacht im Weingarten arbeitet, lebt seine Intentionen im Keller weiter. Die Gärung erfolgt spontan, es gibt also weder Reinzuchthefen noch Hefenährstoffe, keine Chaptalisation und Filtration, keine Mikrooxidation, Umkehrosmose , keine Enzymzusätze oder was das Repertoire an Manipulationen sonst so zu bieten hat. Die Pigeage (das Untertauchen des Tresterhuts) erfolgt manuell und somit auch sanfter, der Ausbau findet durch die Bank in gebrauchten burgundischen Piece (227 Liter Eichenfässern) statt, was zweifellos Karls burgundischer Lehrzeit (1997-98 verbrachte er zum Teil im Burgund) zu verdanken ist. Zum Schluss (und auch dazwischen nicht) und auch damit hat er eine absolute Ausnahmestellung in Österreich inne, wird nicht geschwefelt.NIE. Nicht beim Zweigelt und nicht beim Pinot. Es besteht auch keine Notwendigkeit. Schwefelige Säure ist ein Konservierungsmittel. „Je schlechter das Ausgangsmaterial und je mehr am Wein manipuliert wird, umso „toter“ ist der Wein und umso mehr Konservierungsmittel benötigt der Wein, meint Karl. Da sein Ausgangsmaterial perfekt ist, benötigt er auch kein SO₂.

Und wie sind nun die Weine. Generell lässt sich sagen, dass in sämtlichen Weinen (mit einer Ausnahme sind alle rot) Frische, Struktur, Lebendigkeit, Eleganz, Bekömmlichkeit und Fruchtpräzision dominieren. Einmal offen, entwickeln sie sich über Tage und liefern stets neue Aromaprofile. Den Rest sollte man selbst herausfinden.

Das WEINGUT KARL SCHNABEL ist demeterzertifiziert.

Zu Besuch bei Karl Schnabel