Weingut Sepp & Maria Muster

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A-8463 LEUTSCHACH, SCHLOSSBERG 38
tel. +43(0)3454/70053
mobil 3294469445
http://www.weingutmuster.com
info@weingutmuster.com

Jahresproduktion: 30000 Flaschen
Rebsorten: Gelber Muskateller, Sauvignon Blanc, Morillon, Welschriesling, Zweigelt, Blauer Wildbacher
Rebfläche: 10 ha
Manuelle Lese: ja
Dünger: nein
Pflanzenschutz: biodynamische Präparate, Schwefel, Kupfer
Biodynamisch zertifiziert: ja
Direktverkauf: ja
Wohnmöglichkeit: nein

25 000 Stöcke stehen in den Rieden von Sepp Muster und er kennt sie alle. Ein paar junge, „für die nächsten Generation“, und vielmehr alte, an denen Sepps Herz hängt. „Alte Stöcke haben mehr Substanz, alles was über 20 Jahren alt ist, wirkt kompakter, vielschichtiger. Diese Substanz muss in den Keller mitgenommen werden und dazu gilt es die Weinstöcke, ihre Umgebung, kurz das komplette natürliche System im Blick zu haben.“

Er düngt nicht, auch nicht mit Kompost (natürliche Ertragsreduktion), er begrünt  nicht ( „Die Natur kommt ohnehin von selbst. Das was wächst, wächst dann ohnehin stark.“), biodynamische Präparate verwendet er selten und gezielt. Er fährt so selten wie möglich mit dem Traktor durch die Weingärten (Bodenverdichtung), mäht so gut wie nie, mulcht zweimal im Jahr.

Das erfordert zum einen eine kaum mehr erlebbare Akzeptanz und ein immenses Vertrauen in die Abläufe der Natur, zum anderen auch eine Gelassenheit, die selbst geerdete Biodynamiker nicht oft an den Tag legen. „Ich  strebe gar nichts an“ … und „ich nehme das, was kommt“, sind dann auch Sätze, die Musters Selbstverständnis und Selbstbewusstsein in seine Arbeit bestens demonstrieren.

Sein Konzept der Minimalintervention setzt sich auch hinter der Kellertür fort: „Im Allgemeinen rebeln und quetschen wir und dann fallen die Trauben durch eine Dachöffnung direkt in die Presse. Nach dem Pressen wird der Most in sein Gärgebinde transferiert und da bleibt er dann ungefähr für ein Jahr. In diesem einen Jahr tue ich eigentlich nichts, außer, dass ich den Wein von Zeit zu Zeit koste.“ Danach wird der Wein einmal umgezogen, minimal geschwefelt (10-15mg/L) und dann passiert ein weiteres Jahr nichts. Ungefähr nach zwei Jahren werden die Weine gefüllt, ohne davor gefiltert worden zu sein. Rotweine bleiben eventuell etwas länger im Fass. Und Fässer sind es immer. Stahltanks werden nur als Gebinde für die Assemblage verwendet. Von der Amphore, mit der Muster schon vor Jahren für Aufsehen sorgte, ist er nicht mehr ganz so überzeugt. Letztlich war sie stets eine Randgeschichte in seinem Sortiment, ein Experiment, das seiner Ansicht nach nicht ganz aufgegangen ist. Er habe, meint er, seine subjektive Grenzlinie dabei zu oft überschritten. Der Versuch, den Wein so natürlich wie möglich zu produzieren, habe nicht so funktioniert, wie er wollte. „Und letztlich“, meint Muster, „hat die Amphore hier ohnehin keine Tradition. Wir arbeiten eigentlich seit jeher mit Holz.“

Worauf man sich bei den Muster-Weinen einlässt, kann man auch schon anhand der Etiketten ablesen. Für die großartige Opok-Linie wählte er einen grünen Hintergrund, da die Weine von Kräutern dominiert sind. Die Graf-Linie hat warme Brauntöne, eine Verweis auf die Erdigkeit und Gelbfruchtigkeit der Weine, die mazerierten Weine haben ein rotes Etikett – Ausdruck, der Orangen- und Beerenaromen und letztlich auch der Farbe der Weine.

Opok, Graf und Sgaminegg (die Namen seiner Weine) sind übrigens Fantasienamen: da auch Musters Weine als Landweine deklariert sind, darf er den Lagennamen, in dem Fall die Großlage Schlossberg nicht darauf schreiben. Muster hat damit kein Problem und auch die Kunden des NOMA scheint es egal zu sein. Die Situation ist trotzdem ein wenig absurd. Im besten Restaurant der Welt reißt man sich um seinen Wein, in Japan, Deutschland und Skandinavien genauso, in Österreich selbst reduziert sich seine Kundschaft auf zwei, drei Händler. „Natürlich würde ich lieber in Leibniz als in London verkaufen“, aber dafür bedarf es auch Kunden, die bereit sind das Konzept des Winzers mitzutragen. Seine Weißweine sollte man bei 12-14°C trinken, da bei niedrigeren Temperaturen der Gerbstoff den Wein verschließt oder aber auch über Tage trinken, da sich die Weine (aufgrund des ohnehin beabsichtigt oxidativen und auf der Feinhefe ablaufenden Ausbaus) über Tage entwickeln.